Antonelli feiert suzuka-sieg mit bolt-pose – und usain antwortet persönlich
Kimi Antonelli zog den Arm zurück, zielte mit dem Zeigefinger in den Himmel – und ein Rauschen ging durch Suzuka. Die Bolt-Pose war keine Inszenierung, sondern purer Adrenalin-Ausbruch nach dem Sieg, der ihn auf die Spitze der WM schoss. 40 Minuten später saß der Jamaikaner selbst am Handy und gratulierte live.
Der blitz und der blitz: zwei speed-generationen treffen sich
Der 18-Jährige hatte die Geste schon in Shanghai auf der Liste, doch da vergaß er sie im Strudel seiner ersten F1-Champagne. In Japan machte er es besser: „Ich wollte die Pose schon in China, aber ich hab’s verpennt. Diesmal hab ich dran gedacht – und Usain hat’s sofort gesehen.“ Tatsächlich postete Bolt innerhalb von Minuten ein Foto des Jubels mit den Worten: „Weiter so, Kimi, ich will noch viele davon!“
Die Zahlen, die sich hinter dem Bild verstecken, lassen selbst Motorsport-Verwöhnte stutzen. Antonelli jagte am Mexiko-GP bereits mit 355,9 km/h über die Streckenflucht, gestern „nur“ mit 297,4 – genug, um die restlichen 19 Cockpits alt aussehen zu lassen. Bolt selbst lief 2009 in Berlin seine 9,58 s mit einer Spitzengeschwindigkeit von 44,72 km/h. Die Marke gilt seitdem als biologisches Tempolimit – und Montoyas 372,6 km/h aus Monza 2005 bleibt ebenso un technischer Exkurs.

Warum der jamaikaner kimi überhaupt auf dem schirm hat
Bolt ist kein Random-Fan. Der Achtfach-Olympiasieger besuchte Austin 2017, umrundete Monza 2021 mit der Aston-Truppe und testete im Januar in Mexiko einen Formel-E-Boliden. Hamilton ist sein Idol, aber Antonelli rückt ins Blickfeld: „Ich hoffe, er gewinnt noch öfter – dann darf er meine Pose öfter klauen“, lachte Bolt gestern Abend im Audio-Clip der Gazzetta.
Für Antonelli ist der Gruß mehr als PR-Gag. Er wuchs mit YouTube-Zusammenschnitten von Bolts Läufen auf, lernte, dass Speed allein nicht reicht – Timing entscheidet. Jetzt führt er die WM vor dem einzigen Menschen, der Tempo wirklich definierte. Und weil er in Suzuka nicht nur die Pose, sondern auch die Reifen verwaltete, spricht plötzlich niemand mehr vom „Rohdiamanten“.
Die Saison ist noch lang, doch ein Foto geht schon um die Welt: der neue Kerl auf dem Thron, der alte König am Telefon – und zwischen ihnen die Erkenntnis, dass Geschwindigkeit ein universelles Langzeit-Abonnement ist. Wer jetzt noch fragt, ob Antonelli das Zeug hat, verpasst längst den Start.
