Antonelli dominiert, ferrari kämpft – verstappen mit baublei

Spielberg – Kimi Antonelli hat am Freitag auf dem Red Bull Ring eine beeindruckende Vorstellung gezeigt und die Konkurrenz im Qualifying der Formel 1 in Grund und Boden gerüttelt. Der junge Italiener scheint sich in jeder Sitzung aufs Neue zu steigern, ein Phänomen, das ihn zu einem ernstzunehmenden Anwärter auf den Titel macht. Nur in Barcelona hatte er kurzzeitig Russell das Wasser abgegraben, doch in Österreich ist er schlichtweg unschlagbar.

Aston martin im niemandsland, williams am tiefpunkt

Aston martin im niemandsland, williams am tiefpunkt

Auf einer Strecke mit sieben Kurven und einem kurzen Rundkurs von nur 67 Sekunden ließ Antonelli satte 0,2 Sekunden auf Piastri, 0,3 Sekunden auf Norris und sogar eine halbe Sekunde auf Verstappen folgen – ein Vorsprung, der auf vielen anderen Strecken des Kalenders noch deutlich größer hätte ausfallen können. Sein Teamkollege hingegen, der bisher so zuverlässige Russell, fand in den freien Trainings nicht zu seiner besten Form und liegt nun 0,6 Sekunden hinter dem Führenden auf dem sechsten Platz. Toto Wolff kann sich zum Glück vor einer Diskussion über Teamorder verschonen lassen, zumindest vorerst.

Die roten Boliden der Scuderia Ferrari sehen sich derweil mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Weder Hamilton noch Leclerc konnten an die Leistungen der vergangenen Rennen anknüpfen. Leclerc liegt nun bereits zum vierten Grand Prix in Folge hinter seinem Teamkollegen zurück – eine Entwicklung, die Alarmglocken in Maranello läuten lässt. Die Ferrari wirken nicht in der Lage, den Mercedes oder gar den Red Bull herauszufordern, obwohl die Zuverlässigkeit am Sonntag, bei brütender Hitze, eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Max Verstappen hatte einen unerwarteten Zwischenfall: Er musste im Laufe der Sitzung eine Pause einlegen, da sein Sitz nicht mehr richtig befestigt war. „Ich bin zu weit nach hinten gesackt, das geht so nicht“, funkte er verärgert an sein Team. Eine rasche Reparatur war nötig, bevor er seine Qualifikationszeit erzielen konnte. Am Ende reichte es zu Platz vier, doch ein Kampf um das Podium scheint unter diesen Umständen unwahrscheinlich.

Die Situation bei Williams ist schlichtweg dramatisch. Seit 2017, als Massa und Stroll noch Punkte für das Team holten, konnte Williams in Spielberg nicht mehr punkten – und das scheint sich auch an diesem Wochenende nicht zu ändern. Alex Albon landete auf dem 17. Platz, während Carlos Sainz, der zudem die erste Trainingssession aufgrund des Debüts von Browning verpasste, nur den 18. Platz belegte. Sainz konzentriert sich nun voll und ganz auf die Optimierung des Autos, die Zukunft ist momentan zweitrangig. Verbesserungen sind erst für den nächsten Grand Prix in Großbritannien geplant.

Mit einem Übergewicht von 24 Kilogramm und einer Strecke, die eine enorme Belastung für Motor und Kühlung darstellt, kämpft der FW48 in der Hintere des Feldes. Eine Punktlandung scheint ausgeschlossen, es sei denn, es kämen acht Autos nicht ins Ziel. Ein bitterer Rückschlag für ein Team, das 2025 noch als Klassenprimus galt.

Antonelli, der nach einigen Feinjustierungen die McLaren hinter sich ließ und mit den harten Reifen die schnellste Runde des Tages fuhr, präsentierte sich erneut in Topform. Leclerc überholte Hamilton nach mehreren Versuchen, Verstappen landete auf dem sechsten Platz und Sainz startete von Platz 18 – ein Resultat, das die Probleme von Williams unterstreicht. Die Aston Martin-Boliden konnten sich nur gegen den erneut defekten Checo durchsetzen, ein unrühmliches Debüt für die neuen Verbesserungen bei Cadillac.

Die Zeiten im zweiten freien Training zeigen deutlich die Dominanz Antonellis und die Herausforderungen, mit denen die anderen Teams zu kämpfen haben. Doch das Qualifying am Samstag wird zeigen, ob Antonelli seine beeindruckende Form auch über die Distanz halten kann. Das Rennen verspricht Spannung – und vielleicht eine Überraschung.