Wusiala-schock: nagelsmann vor zitterpartie in der k.o.-runde?

Die Enttäuschung ist greifbar: Jamal Musiala und Florian Wirtz, einst als Hoffnungsträger für Deutschlands Offensive bei der WM 2026 gehandelt, liefern bislang Leistungsschwächen, die Bundestrainer Julian Nagelsmann vor eine Zerreißprobe stellen. Nach der knappen Niederlage gegen Ecuador wächst der Druck – und die Frage, ob das System des DFB-Teams überhaupt zu den beiden Superstars passt.

Die rasen-schlappheit des „wusiala“-duos

Die Bilder sprachen eine deutliche Sprache: Bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador lag Musiala überdurchschnittlich oft auf dem Rasen. Seine Dribblings wirkten hölzern, die Körperlichkeit der südamerikanischen Gegenspieler schien ihn völlig zu überfordern. Auch die Abstimmung mit Wirtz, der einst neben Musiala zum gefeierten „Wusiala“-Duo hochstilisiert wurde, funktionierte kaum. Ein Torschuss und ein xG-Wert von lediglich 0,028 für Musiala gegen Ecuador – die Statistiken sind alarmierend.

Wirtz, der das 1:0 durch Sané vorbereitete, wirkte ebenfalls nicht in Bestform. Seine Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück, die er in der Meistersaison mit Bayer 04 Leverkusen noch einmal deutlich übertroffen hatte. „Flo war sehr bemüht und hat Gas gegeben“, räumte Nagelsmann nach dem Spiel ein, „aber die Fortune fehlte ihm.“

Taktische fehllegung oder formtief?

Taktische fehllegung oder formtief?

Das Problem liegt möglicherweise tiefer als nur in einem individuellen Formtief. Wirtz wird auf der linken Außenbahn eingesetzt, einer Position, die seinen Stärken als Spielgestalter und torgefährlicher Zehner kaum gerecht wird. Er zieht häufig ins Zentrum, wo er und Musiala sich gegenseitig im Weg stehen. Die Spielausrichtung des DFB-Teams ist klar auf Angriffe durch die Mitte ausgerichtet, doch es fehlt an Tiefe. Die Außenbahnspieler, insbesondere David Raum, stießen selten in die Lücke vor, die Wirtz durch seinen Zug ins Zentrum öffnete. „Wirtz und Musiala waren überall – aber bei jedem Ballverlust war niemand irgendwo“, kritisierte Experte Jürgen Klopp.

Die lange Ausfallzeit Musialas, auf die Nagelsmann immer wieder hinweist, könnte ebenfalls eine Rolle spielen. „Er war ein Jahr weg. Wir wissen alle, welche Fähigkeiten er hat. Wir müssen sie aus ihm rauskitzeln“, so der Bundestrainer. Aber wie lange kann er seine Stars noch auf Abruf halten, wenn sie offensichtlich nicht ihr volles Potenzial entfalten?

Die k.o.-runde – zeit der wahrheit

Die k.o.-runde – zeit der wahrheit

Die Zeit für taktische Feinjustierungen ist knapp. Gegen Paraguay im Sechzehntelfinale muss das „Wusiala“-Problem gelöst werden. Nagelsmann zeigte sich bislang unnachgiebig in seiner Startelf-Konstellation, doch ein Wechsel könnte notwendig sein, um die Titelhoffnungen am Leben zu erhalten. Die Erinnerung an die EM 2024 ist präsent, als Nagelsmann in der K.O.-Phase Wirtz opferte und lediglich Musiala in der Anfangself ließ. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Bundestrainer einen Weg findet, das Duo wieder in Schwung zu bringen – oder ob die deutschen Träume frühzeitig platzen.

Die Erwartungen sind hoch, der Druck steigt. Die Fans fordern Lösungen, die Experten diskutieren. Nur „Wusiala“ selbst kann jetzt beweisen, dass die Kritik unbegründet war. Sonst droht eine bittere Abrechnung in der K.O.-Runde.