Andrejewa platzt der kragen: netzroller wirft titelverteidigerin raus

Ein Netzroller als Richter: Mirra Andrejewa schied bei Indian Wells in Runde drei aus, warf ihren Schläger in die Wüste und beschimpfte das Publikum – 18 Jahre alt, Titelverteidigerin, fertig mit 6:4, 6:7, 3:6 gegen Katerina Siniakova.

Der moment, der alles zerstörte

Matchball-Punkt. Siniakova presst die Rückhand, der Ball kratzt am Netzband, hängt, fällt – tot. Andrejewa starrte wie hypnotisiert, dann flog der Schläger. Die Russin schrie, zeigte den Zuschauern den Mittelfinger, später sagte sie nur: „So etwas passiert eben.“ Siniakova hob apologétisch die Hände, doch sie jubelte innerlich: „Ich bin definitiv nicht unglücklich.“

Die Zahlen sind gnadenlos: Andrejewa vergab im zweiten Satz zwei Matchbälle, verlor anschließend fünf Games in Serie. Ihre Vorhand fand fortan mehr Sahara als Platz – 34 Fehler insgesamt, 11 im letzten Satz. Die Courtkamera fing ihren Coach ein, wie er resigniert die Arme sinken ließ.

Alcaraz brennt kalifornisches feuer

Alcaraz brennt kalifornisches feuer

Während Andrejewa kochte, baute Carlos Alcaraz seine Siegesserie aus: 6:7, 6:3, 6:2 gegen Arthur Rinderknech – 14. Sieg im 14. Match dieser Saison. Der Spaner schüttelt nach dem verlorenen Tiebreak nur kurz, dann dreht er auf wie ein Turbo. Break bei 3:3, anschließend Service-Winner wie Peitschenhiebe. „Ich war sauer, aber ich kannte das Rezept“, sagt er und meint damit seine Vorhand longline, die Rinderknech zerhackte.

Novak Djokovic kam gegen Aleksandar Kovacevic mit 16 Assen des Gegners nicht aus dem Rhythmus, gewann 6:4, 1:6, 6:4 – Satz zwei war nur ein Schreckmoment. Alexander Zverev wartet heute auf Frances Tiafoe, der US-Amerikaner schlägt seit Wochen so druckvoll, dass selbst die Wüste staubt.

Andrejewa wird heute früh aufwachen, den Netzroller im Kopf und die Erkenntnis: Titel zu verteidigen ist härter, als sie je geglaubt hat. Die Saison ist jung, aber die Lektion sitzt tief – wer ausrastet, fliegt raus.