Andreas wolff tauscht torwart-handschuhe gegen pfeile: promi-darts-debüt 48 stunden nach kiel-drama
Nur zwei Tage nach dem Showdown in Melsungen schlüpft Andreas Wolff in eine Rolle, die seinem Naturell regelrecht widerspricht. Der THW-Kiel-Schlussmann steigt am Samstag in Chemnitz in die Promi Darts Masters 2026 ein – und liefert vorab ein Geständnis ab, das selbst eingefleischte Handball-Fans schmunzeln lässt.
„Ich bin froh, wenn ich die scheibe treffe“
Während seine Mitspieler noch die Muskelkater aus der Fernreise nach Baden-Württemberg schütteln, fliegt Wolff direkt ins Mekka der Darts-Fans. Dort wartet kein 7-Meter-Wurf, sondern ein Oche, der für den 35-Jährigen so fremd ist wie ein leeres Hallenstadion. „Als Kind habe ich mal gespielt, das war’s dann auch“, sagt er der Freien Presse. Die Bilanz: „Völlig talentfrei.“
Die Ironie ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Mann, dessen Job darin besteht, sich 100 km/h schnelle Bälle vom Hals zu holen, soll jetzt 20 Gramm schwere Pfeile millimetergenau platzieren. „Mein Berufsbild ist: Dinge kommen auf mich zu, und ich wehre sie ab. Nicht: Ich schmeiße etwas weg und hoffe auf Treffer“, lacht Wolff. „Was ich in Chemnitz mache, ist gegen meine Natur.“

Ally pally light – chemnitz erwartet den weltmeister
Trotzdem ist die Vorfreude real. Die Show läuft unter dem Motto „Promi trifft Profi“, und Wolff teilt sich die Bühne mit Legenden wie Mensur Suljović und der einzigen Frau, die je die PDC-WM schockierte: Fallon Sherrock. Dazu Stars aus Ski, Pop und Paralympics – ein Bunter Abend, der dem Handball-Profi einmalig erscheint. „Die Bilder aus dem Ally Pally kennt jeder. Die Stimmung ist rauer, direkter. Beim Handball ist es laut, aber familiär. Dort geht’s zur Sache. Das wird gut.“
Ob er seine erste 180 jemals wirft? Wolff schüttelt den Kopf. „Wenn ich die 60 trffe, reicht mir das.“ Die Quote, dass der deutsche Nationalkeeper tatsächlich ein Riesen-Foul erlebt, steht bei Buchmachern bei 25:1 – höher als die Chance, dass er überhaupt ein Leg gewinnt.
Die Botschaft ist klar: Für den THW Kiel bleibt Wolff die letzte Bastion. Für Chemnitz wird er zur lebenden Zielscheibe. Und für die Fans? Die bekommen ein einmaliges Schauspiel: einen Weltklasse-Torwart, der sich freiwillig ins Abseits stellt – und dabei laut eigener Einschätzung „keine Chance“ hat. Genau das verspricht Unterhaltung pur. Denn wenn selbst Andreas Wolff zugibt, dass er sich selbst nicht verteidigen kann, dann ist das Sport-Comedy vom Feinsten.
