Andreas sander wirft das handtuch: die diagnose, die seine wm-silber-ski stoppt

Die Abfahrt war sein Leben – jetzt ist sie Geschichte. Andreas Sander, Silbermedaillengewinner von Cortina 2021, beendet mit 36 Jahren sofort seine Karriere. Die Ursache: eine mitochondriale Dysfunktion, die ihn zeitweise nur noch spazieren, nicht mehr rasen ließ.

Sander zieht die notbremse: „das podest bleibt unerreichbar“

Sander zieht die notbremse: „das podest bleibt unerreichbar“

Seit 2024 kämpft der Ennepetaler gegen die Störung seiner Zellkraftwerke an. „Ich habe alles versucht, aber Vollgas geht nicht mehr“, sagt er knapp. Die Entscheidung fiel beim Blick auf die deutschen Meisterschaften im Axamer Lizum – dort will er sich am Sonntag offiziell verabschieden, nicht auf der Piste, sondern am Rand.

Der DSV zählt auf: 197 Weltcup-Rennen, zwei Podestplätze, ein Olympia-Einsatz. Die Zahlen klingen schlank, doch sie verstecken den Sturz aus 130 km/h, der 2021 zur Silber-Gala in Cortina führte. Wolfgang Maier, Sportvorstand des Verbandes, nennt Sander eine „tragende Säule als Sportler und Mensch“ – eine Formel, die in der Szene für unersetzliche Lautstärke im Team steht.

Was folgt, lässt der Familienvater offen. Erst mal Gesundheit, dann vielleicht Trainerposten, vielleicht etwas ganz anderes. Der Skisport verliert einen ruhigen Revoluzzer, der seine Karriere nicht mit Gold, sondern mit konstantem Druck definierte. Wer nach Sander fragt, wird künftig ins Archiv gehen – oder ins Axamer Lizum, wenn er seinen Abschied live im Stream bei BR24Sport mitverfolgt.