Andersons schlägt in der 77. minute ein: la chaux-de-fonds wirft visp aus dem traum

Die Bordwand der 4 000 Visper kamen noch nicht mal mehr vom Sitz hoch, als Toms Andersons den Puck aus acht Metern in die obere Ecke knallte. Mit diesem Schlag in der 77. Minute beendete der Lette nicht nur eine Partie, sondern auch eine ganze Saisonstrategie: EHC Visp ist raus, HC La Chaux-de-Fonds lebt und reist ins Finalduell gegen HC Sierre.

Die nerven liegen blank – und dann die strafe gegen frossard

Thibault Frossard rutschte, Stock hoch, Strafe. Zwei Minuten, 52. Spielminute. Daniel Eigenmann zog sofort vom Bully weg ab, 2:1 für die Walliser. Die Arena kochte, das Walliser Derby im Swiss-League-Final schien greifbar nah. Doch Anthony Huguenin traf fünf Minuten vor Schluss zum 2:2, und plötzlich war nichts mehr sicher.

Die Verlängerung wurde zu einem Dauercheck auf die Ausdauer. Erstes Overtime – torlos. Zweites – noch immer Stalemate. Die Spieler trieben sich mit weit aufgerissenen Mündern über das Eis, als hätten sie Gills statt Lungen. Dann der Face-off-Gewinn der Neuenburger, Andersons nimmt den Nachschuss, Visps Keeper Robin Zumbühl rutschte einen Zentimeter zu spät. Licht an, Party aus.

Was jetzt für visp bleibt – und was la chaux-de-fonds erwartet

Was jetzt für visp bleibt – und was la chaux-de-fonds erwartet

Die Tränen der Walliser waren echt, die Schultern gesenkt. Zwei Matchbälle verworfen, dafür muss der Club nun den Umweg über die Qualifikation gegen ein NL-Absteiger-Team fürchten. Budget, Planung, Sponsoren – alles steht auf dem Prüfstand.

Für La Chaux-de-Fonds geht die Reise nach Sierre. Gewinnt Neuenburg, gibt es eine Ligaqualifikation. Gewinnt Sierre, heißt es: „Herzlich willkommen in der National League, HC Sierre!“ Und der Verlierer der NL-Relegation darf direkt durchstarten – ein Szenario, das den Druck auf die ohnehin zitternden NL-Kellerclubs noch einmal erhöht.

Andersons? Der wechselt nach der Saison definitiv zu Lausanne HC. Aber vorher will er noch einen Pokal mitnehmen. Die Uhr läuft, die Eishockey-Saison ist längst nicht mehr zu stoppen. Und Visp? Muss sich fragen, wie man zwei Matchbälle so leichtfertig verschenkt. Die Antwort liegt irgendwo zwischen der 52. und der 77. Minute – und dort, wo der Puck im Netz zappelte.