Am 26. mai zeigt der ball seine wahre größe – common goal ruft zum weltakt auf
Am 26. Mai wird nicht um Punkte, sondern um Perspektiven gespielt. Der Weltfußball tagt nicht in einem Stadion, sondern in 117 Ländern gleichzeitig – und der einzige Schiedsrichter heißt Common Goal. Die Initiative ruft zum „World Day of Football for Solidarity“ auf, einem Aktionstag, der den Sport auf seine soziale Schärfe stellt.
Vero boquete: „straßenfußball war meine erste universität“
Die spanische Nationalspielerin Vero Boquete trat in Como gerade den Aufstieg in die Serie A, doch ihre wichtigste Rolle spielt sie abseits des Platzes. „Kicken lehrt Werte, die kein Lehrplan bietet – Teamgeist, Respekt, Durchhaltevermögen“, sagt sie. „Das Level ist egal, der soziale Einfluss nicht.“ Gemeinsam mit Juan Mata, Jürgen Klopp und Vivianne Miedema wirbt sie dafür, ein Prozent des Gehalts an gemeinnützige Projekte zu spenden – ein Modell, das Common Goal seit 2002 perfektioniert.
Die Zahlen sind lauter als jede Tribüne: 200 Partnerorganisationen, 3,6 Millionen junge Menschen jährlich, Themen von Inklusion über Bildung bis psychische Gesundheit. „Mental Health war früher ein Tabu, heute ist sie Teil unseres Trainingsplans“, sagt Boquete. „Ohne stabilen Kopf kein stabiler Pass.“

Spanien will den weltcup 2030 nicht nur feiern, sondern umdefinieren
Während die FIFA-Rangliste Spaniens Frauen auf Platz eins und die Männer auf Platz zwei führt, plant die Fußballföderation bereits das nächste Mega-Event. „Ein eigenes Turnier zu organisieren, ist die Chance, Erfolg neu zu messen: nicht in Titeln, sondern in gelebter Teilhabe“, so Boquete. „Der Ball vereint Links und Rechts, Alt und Jung, Stadt und Land – wenn wir wollen.“
Die Gefahr: Der spontane Straßenkick verschwindet zugunsten überorganisierter Akademien. „Wir verlieren die improvisierte Schule des Lebens“, warnt Boquete. „Eltern, erlaubt euren Kids, mit dem Ball durch die Gegend zu laufen – nicht, um Profis zu werden, sondern um Menschen zu bleiben.“
Common Goal liefert das Netz, die Spieler liefern die Geschichten. Am 26. Mai zählt nicht, wer trifft, sondern wer weitergeben kann. Der Weltfußball hat seinen Ehrentag – und endlich eine echte Aufgabe.