Alzenau stemmt sich gegen den absturz: sieg gegen balingen oder alles aus
15. Tabellenplatz, sieben Punkterückstand auf den rettenden 14. Platz – und trotzdem grinst beim FC Bayern Alzenau niemand die Fresse weg. Weil vier Siege aus den letzten sechs Spielen beweisen: Diese Feierabend-Truppe hat sich in eine richtige Regionalliga-Mannschaft verwandelt, die sich vor niemanden versteckt.
Die abwehr dicht, die stimmung auf platz eins
3-4-1-2, umgeschaltet auf eine defensive Fünferkette, Alessio Samarelli im Tor – plötzlich kassiert Alzenau nur noch acht Gegentore in acht Spielen. Früher war jedes Gekicke ein Schützenfest, heute muss der Gegner hacken, bis er trifft. Kreso Ljubicic, früher selbst Bundesliga-Profi, strahlt: „Wir sind laufstark, wir sind zweikampfstark, und wir glauben an das Wunder.“
Das Wunder hat einen Namen: TSG Balingen. Samstag, 14 Uhr, Stadion an der Berliner Straße. Ein Sieg ist Pflicht, sonst ist die Luft raus. Ljubicic redet keinen Blödsinn: „Verlieren wir, ist der 14. Platz so gut wie weg.“ Der Trainer verlangt Sieg, sonst wird aus dem Aufwärtstrend nur ein hübscher Abstieg.

Ausfälle, bänderrisse und ein grippaler infekt
Marcel Wilke fehlt wegen Gelb-Rot, Ivan Ljubicic wegen Bänderriss, Timucin Sen und Abdou Sarr sind Dauergäste der Reha-Abteilung. Paul Seikel lahmt, Lukas Fecher schnieft. Trotzdem: „Rumheulen bringt nichts“, sagt Ljubicic und schickt seine Jungs ins letzte Gefecht. Hamza Boutakhrit kehrt nach Sperre zurück, die Lücke wird gestopft mit Herz und Lauferei.
Andreas Trageser, der Boss, schaut schon weiter. Der Coach hat Vertrag bis 2027, die Flutlicht-Spendenlauf-Aktion läuft – 60.000 Euro von 80.000 Euro sind zusammen. „Wir bauen nicht nur eine Mannschaft, wir bauen eine Zukunft“, sagt er. Aber ohne Punkte gegen Balingen wird die Zukunft erst mal Hessenliga heißen.
Die Kurve schwingt, die Trommeln drohnen, die Luft riecht nach Frühling – und nach Abstiegsendspiel. Alzenau will leben, Alzenau will kämpfen. Wer Samstag ins Stadion kommt, bekommt kein tiki-taka-Lehrstück, sondern eine Schlacht, bei der jedes Bein blutet. Entweder der 14. Platz rückt in Reichweite – oder die Saison ist gelaufen. Mehr Drama geht nur im Theater, und da ist die Karten teurer.
