Almuth schult schlägt ein: olympia ohne altersgrenze – endlich echte stars statt u23

Olympia ohne Lionel Messi, ohne Kylian Mbappé, ohne Jamal Musiala? Für Almuth Schult ist das ein Sport-Skandal. Die Goldkeeperin von Rio fordert live in Aachen: Die Männer müssen endlich mit den besten Teams antreten dürfen – und nicht mit einem B-Trupp unter 23.

„Das turnier verpasst seine größten geschichten“

Seit Barcelona 1992 gilt das 23-Jahre-Limit, drei Ü23-Erlaubnisse erinnern eher an ein Almosen als an ein Leistungsprinzip. Schult spürte bei jedem Olympia die Lücke: „Die Frauen spielen vor vollen Stadien, liefern Kracher wie USA gegen Niederlande, während die Männer ein Entwicklungsturnier absolvieren.“ Die 33-Jährige lacht kurz auf: „Das ist, als würde man das Champions-League-Finale ohne die Top-Clubs austragen.“

Der Deutsche Fußball-Bund schweigt bislang, die FIFA profitiert: Der Weltverband behält sein prestigeträchtiges Klubturnier und verhindert Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Doch die Zahlen sprechen gegen das Modell: In Tokio lag die Durchschnittsquote der Männer-Partien bei 5,8 Millionen Zuschauern weltweit – ein Minus von 28 Prozent gegenüber dem Frauenfinale. Der Grund: Fehlende Superstars und verletzte Top-Talente, die ihre Klubs nicht freigaben.

Schult weiß, wovon sie spricht. Sie selbst durfte 2016 in Rio auf dem Rasen stehen, als Deutschland Gold holte. „Das war kein Entwicklungscamp, das war Sport auf höchstem Niveau“, sagt sie und blickt in den Saal, in dem sich gerade junge Fußballerinnen befinden. „Jedes Kind soll die Chance bekommen, seinen Idol live bei Olympia zu sehen – egal ob weiblich oder männlich.“

Der nächste kampf steht schon an

Der nächste kampf steht schon an

Los Angeles 2028 rückt näher. Die IOC-Session tagt 2027 in Budapest – dort will Schult gemeinsam mit Spielergewerkschaft FIFPro eine Resolution einbringen. Ihr Argument: Die Athletenzahl bleibt gleich, die Qualität explodiert. „Wir reden hier nicht über mehr Kosten, wir reden über mehr Magie“, wirft sie ein. Ein erster Verbündeter ist bereits an Bord: Spanien verlangt offiziell, die Regel aufzuweichen, nachdem man in Paris erneut ohne Pedri und Gavi auskommen musste.

Noch herrscht Widerstand aus der FIFA-Zentrale. Doch Schult gibt sich kämpferisch: „Wenn wir es bei den Frauen geschafft haben, dass Olympia neben der WM das wichtigste Turnier wird, schaffen wir das auch bei den Männern.“ Sie grinst, dann kommt ihr letzter Satz wie ein Flachschuss unter die Latte: „Olympia ohne die Besten? Das ist wie ein DFB-Pokal-Finale ohne Bayern – technisch möglich, sportlich absurd.“