Allegri zündet beim ac milan den turbo: samstag gegen turin geht’s um die letzte chance

12.00 Uhr in Milanello, 18.00 Uhr im Giuseppe-Meazza-Stadion – zwischen Pressekonferenz und Anpfiff bleibt Massimiliano Allegri nur noch einmal schlafen, um seine Mannschaft auf die Saison-Endphase einzuschwören. Der AC Milan empfängt am Samstag den FC Turin und weiß: Verlieren ist keine Option mehr.

Mit 60 Punkten auf Platz zwei liegen die Rossoneri acht Zähler hinter Stadtrivale Inter, einen vor Verfolger Neapel. Die Meisterschaft ist längst kein Selbstläufer mehr, sondern ein K.o.-Rennen. Turin, Tabellen-14. mit 33 Punkten, gilt als leichtes Opfer – doch genau das macht das Duell so brandgefährlich.

Allegris druckkochtopf: drei tage, zwei auftritte, eine botschaft

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„Wir müssen gewinnen, Punkt“, sagte der Trainer in der Presse-Runde, ohne viel Federlesens. Keine Floskeln, keine Ausreden. Die Verantwortlichen um Ivan Gazidis und Paolo Maldini haben ihm intern die Marschrichtung vorgegeben: mindestens Zweiter werden und die Champions-League-Gruppenphase direkt erreichen, sonst wird der Sommer heiß.

Die Zahlen sprechen für Milan: In den letzten zehn Heimspielen gegen Turin kassierte die Elf aus der Metropole nur zwei Gegentore. Doch der Blick auf die Formkurve der Granata zeigt, dass Ivan Jurić seine Mannschaft in den verzweifelten Abstiegskampf getrieben hat. Drei Unentschieden in Folge, dabei nur ein Gegentor – das ist kein Zufall, sondern taktische Reife.

Die Personalie Rafael Leão könnte die Partie entscheiden. Der portugiesische Flügelstürmer absolvierte gestern eine individuelle Einheit auf dem Trainingsgelände; Einsatzchance laut Klub-Info „sehr hoch“. Ohne seine Dribblings und die dadurch erzwungenen numerischen Überzahlsituationen fehlt Milan die nötige Spontaneität im letzten Drittel.

Die Fans haben bereits reagiert: 72.000 Tickets sind weg, die Curva Sud probt Choreographien für eine Choreo mit dem Motto „Risorgimento“ – Wiedergeburt. Gemeint ist die Rückkehr an die Spitze Italiens, nicht nur der Tabelle, sondern des Selbstverständnisses. Denn nach dem Scheitern in der Europa League gegen Rennes und der Pokal-Pleite gegen Atalanta bleibt die Serie A das letzte Etappenziel.

Allegri selbst brennt für diesen Samstag. Er weiß, dass eine Niederlage nicht nur die Meisterschaft, sondern auch seine eigene Zukunft infrage stellt. Die Geschäftsführung hat intern signalisiert, dass ein Abrutschen auf Rang drei „Konsequenzen“ hätte – ein Wort, das in der Fussballsprache selten etwas Gutes bedeutet.

Um 18.00 Uhr ertönt der Anpfiff, um 19.50 Uhr dürfte klar sein, ob Milan die Titel-Option weiter am Leben hält oder ob Turin für die nächste Überraschung sorgt. Die Quoten sehen die Hausherren klar vorne – doch der Rasen ist bekanntlich kein Wettbüro. Und im Fussball gilt seit jeher: Wer zu früh rechnet, verliert am Ende den Kopf.