Nagelsmann zieht die reißleine – wer fliegt, wer bleibt, wer träumt
- Torhüter: baumann und nübel haben das sektglas schon halb geleert
- Abwehr: kimmich führt, ginter und bisseck warten am fenster
- Mittelfeld: pavlovic ist der zahnarzt, goretzka muss mehr spielen
- Offensive: musiala liegt auf der liege, havertz bucht schon den flug
- Fazit: die maschine rollt, einige fallen unter die räder
Julian Nagelsmann hat seine erste Liste im WM-Jahr veröffentlicht – und längst entschieden, wer im Sommer in Nordamerika dabei ist, wer heimfliegt und wer sich noch an der Klinke verbeißt. Ein Satz genügte: „Wenn alle gesund sind, ist das relativ gefestigt.“ Die Tür knarzt nur noch auf den hinteren Plätzen.
Torhüter: baumann und nübel haben das sektglas schon halb geleert
Oliver Baumann und Alexander Nübel sitzen auf festen Sesseln, Nagelsmann lobte ihre „Konstanz auf höchstem Niveau“. Dahinter darf Jonas Urbig sein Selbstvertrauen gegen die Schweiz und Ghana unter Beweis stellen – ein Test der Nervenstärke, keine Alibi-Rotation. Marc-André ter Stegen? Er braucht eine medizinische Sternschnuppe, um noch ins Boot zu springen.

Abwehr: kimmich führt, ginter und bisseck warten am fenster
Joshua Kimmich diktiert weiter die Richtung, Antonio Rüdiger, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bilden die erste Wand. David Raum ist gesetzt, Waldemar Anton und Malick Thiaw dürfen sich schon mal Sommerkleidung kaufen. Nathaniel Brown und Josha Vagnoman haben zwei Tage, um Nagelsmann die Koffer schwerer zu machen. Matthias Ginter und Yann Aurel Bisseck bleiben auf Abruf – ein Anruf genügt, der Kader liegt bereit.

Mittelfeld: pavlovic ist der zahnarzt, goretzka muss mehr spielen
Aleksandar Pavlovic zieht die Fäden, Nagelsmann sieht in ihm „den Regisseur ohne Alternative“. Leon Goretzka ist dessen Schatten, doch der Bundestrainer verlangt mehr Einsatzzeiten beim FC Bayern. Felix Nmechia ist Nummer drei, Anton Stach und Pascal Groß dürfen sich als Störenfriede profilieren. Robert Andrich bleibt zu Hause – „den müssen wir nicht mehr kennenlernen“, sagte Nagelsmann trocken. Angelo Stiller und Tom Bischof sind zu jung, zu ähnlich, zu spät.

Offensive: musiala liegt auf der liege, havertz bucht schon den flug
Jamal Musiala muss erst einmal laufen lernen – seine Bandscheibe entscheidet, nicht Nagelsmann. Kai Havertz, Florian Wirtz, Serge Gnabry und Leroy Sané haben den Reiseführer schon durchgeblättert. Kevin Schade, Karim Adeyemi und Maximilian Beier ringen um einen einzigen Platz, Jamie Leweling darf als Joker für Wirtz springen. Lennart Karl erhält sein erstes Abzeichen – ein Tag, den er sich in die Haut brennen wird. Niclas Füllkrug wurde nicht einmal erwähnt – sein Schweigen war lauter als jede Absage.
Fazit: die maschine rollt, einige fallen unter die räder
Nagelsmann hat die Waage gehalten: Erfahrung gegen Frische, Kontinuität gegen Risiko. Am 27. März in Basel und drei Tage später in Stuttgart wird sich zeigen, ob sich die letzten Zweifler noch durchbeißen oder die Koffer bereits zugeheftet sind. Die WM beginnt am 11. Juni – für manchen beginnt die Urlaubsplanung schon heute.
