Allegri wirft beim top-spiel gegen lazio den scudetto-anker aus

Mailand kann am Sonntag die Meisterschaft wieder eröffnen. Gewinnt die Rossoneri beim Pokalsieger von Rom, schrumpft der Rückstand auf Inter auf fünf Punkte – und die Nerazzurri haben ein Spiel mehr auf dem Konto.

Die Zahlen sind hart. Noch zehn Spieltage, acht Punkte Vorsprung für Inter. Doch im Trainingszentrum von Milanello schrillt seit dem Derby-Sieg die Alarmstimmung. Trainer Massimiliano Allegri ließ seine Spieler am Freitag ein kurzes Video schneiden: die Aufholjagden von 2020 und 2022, beide mit 0:5-Start, beide mit Happy End für Mailand. Die Botschaft lautet: Druck ist ein Privileg.

Der pokal-fluch von zaccagni brennt noch

Im Achtelfinale der Coppa Italia war es Filippo Zaccagni, der Milan mit seinem 1:0 in der 86. Minute aus dem Wettbewerb warf. Seitdem hat Lazio-Coach Maurizio Sarri den Linksfuß auf links außen fix installiert – und genau diese Seite ist ohne den gesperrten Rabiot und den angeschlagenen Loftus-Cheek die empfindliche Wunde im Milan-System.

Allegri wird auf das bewährte 4-3-3 zurückgreifen, muss aber improvisieren. Tomori rückt neben Gabbia-Ersatz Simic in die Innenverteidigung, rechts übernimbt Florenzi die Doppelfunktion Angriffsaufbau und Gegenpressing. Die größte Baustelle: das Zentrum. Ohne Rabiots Balleroberungen sinkt die gewonnene Zweikampfquote um 14 Prozent – eine Einladung für Lazio-Urgestein Sergej Milinkovic-Savic, der gegen Milan in 21 Duellen schon neun Torbeteiligungen sammelte.

Die wettmärkte glauben an tore

Die wettmärkte glauben an tore

Buchmacher lassen kaum Spielraum: Over 0,5 Tore wird bei 1,04 bis 1,06 notiert, ein Quoten-Witz, der nur eins sagt: Ein 0:0 wäre eine Sensation. Spannender wird die Wette auf genau zwei Treffer (Quote 3,35 bis 3,40). Denn beide Teams kassierten in den letzten fünf Liga-Spielen nur je zwei Gegentreffer – die Abwehrreihen stehen, die Angriffe laufen heiß.

Lazio selbst ist seit sieben Partien sieglos, doch das ist Trugschluss. Sarri hat die Kräfte gebündelt für die Coppa Italia, am 22. April wartet Atalanta in der Halbfinale-Rückspiel. Die Biancocelesten haben nichts zu verlieren – und das macht sie gefährlich. Gerade weil Milan in der Fremde noch ungeschlagen ist (neun Siege, fünf Remis), könnte der Druck nach hinten losgehen.

Die letzte Szene wird wieder Zaccagni gehören. Ob als Torschütze oder als Aufhänger für Konter – seine linke Fußsohle ist Sarri’s Joker. Allegri kennt die Karte, hat aber keine Antwort in Personalfrage. Die Meisterschaft könnte an diesem Sonntagabend wieder ein Stück realer werden – oder endgültig in ferne Ferne rücken. Entscheidend ist, wer die erste halbe Stunde dominiert. In 17 der 20 Saisontore von Lazio fiel der Führungstreffer vor der 30. Minute. Wer früh trifft, kontrolliert die Köpfe.