Alcaraz zerquetscht dimitrov, djokovic wacht auf – italiens darderi fliegt früh

Indian Wells wird zum Schaulaufen der Superstars: Carlos Alcaraz feiert seinen 13. Sieg im 13. Match dieses Jahres, Novak Djokovic schüttelt nach Set-Verlust die Rosten ab und Luciano Darderi erntet auf dem kalifornischen Cement nur Frust.

Alcaraz lässt dimitrov alt aussehen

35 Jahre gegen 22, 16 Jahre Unterschied auf dem Court – und kein Funken Hoffnung für Grigor Dimitrov. Der Spanier umrundet den Ball wie ein Motorradfeldmesser, schlägt Winner aus dem Stand, als wäre das Netz ein Tor. 6:2, 6:3 geht die Partie in 73 Minuten über die Bühne. Die Statistik: Alcaraz gewinnt 86 % der Punkte hinter dem ersten Aufschlag, schlägt 27 Winner bei nur 11 unerzwungenen Fehlern. Für den Bulgaren bleibt die Erkenntnis, dass selbst sein bester Tag nicht mehr reicht.

Alcaraz trifft nun auf Arthur Rinderknech, der als Quali-Lucky Loser durchs Tableau rutscht. Die Buchmacher zahlen für einen Satzverlust des Weltranglistenersten bereits 4,75 – ein Witz, wenn man seine Formkurve betrachtet.

Djokovic startet mit handbremse, legt dann nach

Djokovic startet mit handbremse, legt dann nach

Ein Satz Verlust, bevor die Sonne die Court-Oberfläche auf 38 Grad erhitzt – das kennt man von Novak Djokovic eigentlich nicht. Gegen Kamil Majchrzak taumelt er im ersten Satz wie ein Boxer nach der ersten Rechte, versenkt zu viele Rückhand-Longliner im Netz. Doch die Zahlen nach dem 4:6 sind gnadenlos: 6:1, 6:2, nur noch zwei Breakbälle gegen ihn, 15 Gewinner im dritten Durchgang. Mit 38 Jahren und acht Monaten ist er der zweitälteste Dreh-Runden-Aspirant des Turniers, hinter Ivo Karlovic. 419 Siege in Masters-1000-Turnieren – kein anderer Spieler kann diesen Satz auf seinem Lebenslauf vorweisen.

Im nächsten Spiel wartet Aleksandar Kovacevic, US-College-Produkt, Nummer 102 der Welt. Für Djokovic ein Schlagzeilenduell: Kovacevic ist der letzte Amerikaner im Tableau, und die Kalifornier lieben ihre Underdogs.

Darderi verspielt die linie

Darderi verspielt die linie

Luciano Darderi hatte vor zwei Wochen in Santiago noch Titel-Luft geschnupft, doch Indian Wells wird zur Falle. Gegen Rinky Hijikata beginnt er mit einem 1:4-Rückstand, schafft zwar noch den Satzgewinn, verliert dann aber die Zügel. 46 unerzwungene Fehler, 13 Doppel-Fehler – Zahlen, die selbst im Club-Circuit Schmerzen bereiten. Hijikata, ein Australian, der die italienische Herbst-Tour studiert hat, nutzt jeden Kurzball, um den Vorhand-Cross einzusetzen. Am Ende: 4:6, 6:2, 6:4, ein Abschied ohne Trost.

Die Konsequenz: Darderi rutscht auf Rang 68 zurück, verpasst die Top-50-Sicherung vor der Rasensaison. Für Italiens Tennis-Hoffnung bleibt nur die Erkenntnis: Auf Hartplätzen zählt nicht das Talent, sondern die Zahlen bei Winner und Fehler – und die sprachen eine klare Sprache.