Alcaraz trifft auf korda: miami-duell mit vorgeschichte und trauma

Der spanische Tennis-Blitz Carlos Alcaraz steht im Miami Open vor einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten, das mehr ist als ein Match. Sebastian Korda, 25, kreuzt heute im Hard Rock Stadium auf – und mit ihm eine Geschichte, die 2021 begann und seither in eine klare Richtung läuft: 8:0-Sätze für Alcaraz, kein einziger Satz abgegeben.

Die next-gen-finalisten von damals

In Mailand schienen sich zwei künftige Superstars zu finden. Alcaraz gewann, Korda nahm die Niederlage mit. Monatelater schlug der Amerikaner in Monte Carlo zu – und viele sahen das Duell als Beginn einer epischen Rivalität. Doch während der Murcianer in die Stratosphäre schoss, blieb Korda in der Atmosphäre hängen. Rang 36, drei Titel, davon einer in diesem Jahr in Delray Beach, nur wenige Kilometer vom heutigen Schauplatz entfernt.

Die Zahl ist hart: 0 Siege in drei Duellen, 0 abgewonnene Sätze. Für Korda ist das ein mentales Minenfeld. Für Alcaraz ein Routinegang – mit dem Unterschied, dass jeder Gegner jetzt seine beste Version zeigt, wenn er gegen den Weltklassespieler antritt.

Warum korda überhaupt aufschlägt

Warum korda überhaupt aufschlägt

Sein Vater Petr holte 1998 die Australian Open. Seine Schwestern Nelly und Jessica schlagen auf der LPGA-Golf-Tour ein. Sebastian hingegen blieb dem Tennis treu – auch wegen Rafael Nadal. Nach der Niederlage gegen den Mallorquiner in Roland Garros 2020 bat er um das signierte Matchshirt. Zu Hause wartet ein Kater namens Rafa. „Er ist ein Grund, warum ich überhaupt spiele“, sagt Korda. Heute trifft er nicht auf sein Idol, aber auf dessen geistigen Nachfolger.

Das Hartplatz-Turnier in Florida ist für Korda eine Heimspiel-Atmosphäre. Gleiche Unterlage, gleiche Hitze, gleiche Erwartungshaltung. Doch die Frage bleibt: Reicht das, wenn der Gegner die letzten acht Sätze am Stück gewann?

Alcaraz

Alcaraz' erste seriebelastung

Bisher hatte der Titelverteidiger nur Qualifikanten und Lucky Loser vor der Racquet. Korda ist die erste gesetzte Nummer, die ihm begegnet – und damit der erste echte Test auf dem Weg zur Finalverteidigung. Für Korda ist es die Chance, eine Negativserie zu stoppen und sich selbst neu zu erfinden. Für Alcaraz ein weiterer Schritt Richtung Sonntag, wo bereits die Trophäe mit seinem Namen graviert scheint.

Die Uhr tickt. Die Hitze steigt. Und irgendwo zwischen Baseline und Sideline wartet eine Geschichte darauf, entweder fortgeschrieben oder endlich abgeschlossen zu werden. Für Korda ist es ein Match gegen seine eigene Statistik. Für Alcaraz ein Nachmittag wie jeder andere – mit dem kleinen Unterschied, dass er jeden Gegner in Schach halten muss, der sich nach dem 8:0-Satzverhältnis ein einziges Ziel setzt: endlich ein Break.