Alcaraz kämpft sich durch marathon – droht der verlust der weltrangliste?

Monte Carlo – Carlos Alcaraz hat sich in einer anstrengenden Partie gegen Tomás Martín Etcheverry durchgesetzt, doch der Sieg hat seinen Preis. Der Weltranglistenerste steht vor einer Mammutaufgabe: Neun Matches in elf Tagen könnten seine Kräfte auf die Probe stellen und ihn möglicherweise den Platz an der Spitze der Tenniswelt kosten.

Ein kampf gegen die uhr und die erschöpfung

Der Sieg gegen Etcheverry, der mit 6:1, 4:6 und 6:3 gewonnnen wurde, war nur der erste Schritt in einer Reihe von Herausforderungen. Sollte Alcaraz das Finale in Monte Carlo erreichen, folgen ihm nur noch zwei Tage Pause, bevor der Barcelona Open Banc Sabadell beginnt. Ein Titelgewinn in Barcelona würde die Situation kaum verbessern, da er dann nur am Montag und Mittwoch Zeit hätte, sich zu erholen. Seine aktuelle Erfolgsserie auf Sand, mit 15 gewonnenen Matches in Folge, ist beeindruckend, aber die physische Belastung könnte seine Leistung beeinträchtigen.

Ein Vergleich mit den Tennislegenden: Alcaraz reiht sich mit seinem Einzug ins Viertelfinale in eine illustre Riege ein. Er ist erst der dritte Spieler nach Rafael Nadal und Novak Djokovic, der vor seinem 23. Geburtstag bereits 20 Viertelfinals in Masters-Turnieren erreicht hat. Nadal erreichte diesen Meilenstein in 31 Matches, Djokovic in 24 – Alcaraz in lediglich 20. Das zeigt das außergewöhnliche Talent und die frühe Dominanz des jungen Spanier.

Doch Alcaraz ist sich der Gefahr bewusst. Er hat Jannik Sinner bereits vor Herausforderungen gewarnt: „Ich werde ihn an seine Grenzen bringen, wenn er die Nummer eins will.“ Die Konzentration liegt auf dem aktuellen Match, aber der Blick gilt auch der Weltrangliste. Er muss liefern, um seinen Platz an der Spitze zu verteidigen.

Die taktische schachprobe gegen etcheverry

Die taktische schachprobe gegen etcheverry

Das Match gegen Etcheverry offenbarte Schwächen, die Alcaraz dringend beheben muss. Während er im ersten Satz mit beeindruckender Dominanz glänzte, kämpfte er im zweiten Satz mit seinem eigenen Spiel. Der Coach Samuel López rief ihn lautstark zur Aufgabe auf, forderte Charakter und Entschlossenheit. „Mach ihm weh, nicht der Fläche!“, rief López, um Alcaraz auf seine Fehler aufmerksam zu machen.

Die Rechtshand von Etcheverry nutzte die Schwächen im Rückhandspiel Alcaraz' aus und zwang ihn zu 16 unerzwungenen Fehlern. Die sogenannten „toilet breaks“ des Argentiniers waren offensichtlich strategisch eingesetzt, um wertvolle Zeit zur Erholung zu gewinnen. Alcaraz konnte sich nur knapp gegen den Verlust des Satzes wehren und musste im Entscheidungssatz eine Aufholjagd verhindern.

Die Statistik lügt nicht: 36 Siege und nur zwei Niederlagen auf Sand seit 2022 belegen Alcaraz' absolute Herrschaft auf dieser Oberfläche. Er ist der unangefochtene König des Sandplatzes, doch auch Könige haben ihre Schwächen.

Alberto II. von Monaco, der erstmals das Viertelfinale besuchte, erlebte ein außergewöhnliches Spiel. Die Art und Weise, wie Alcaraz den Ball fühlt und seine Gegner mit überraschenden Drop Shots überrascht, ist schlichtweg beeindruckend. Es bleibt abzuwarten, ob Alcaraz seine Kräfte bündeln und seine taktischen Schwächen ausgleichen kann, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern. Wer weiß, vielleicht ist Sinner bereit, den Thron zu stürmen.