Alba zerquetscht heidelberger hoffnung – finetti startet mit debakel
Manchmal ist die Nacht, in der ein neuer Coach die Geschicke übernimmt, keine Frischzellenkur, sondern ein Schock. Carlo Finetti musste beim 54:87 gegen Alba Berlin erleben, dass die MLP Academics Heidelberg derzeit nicht einmal ein Abstiegskandidat, sondern ein hilfloser Statist ist.
Die zahlen, die finetti nicht mehr schönreden kann
15 Punkte Rückstand nach dem ersten Viertel, 18 zur Halbzeit, am Ende 33 – die Berliner glichen eiskalt einen Pokalfrust aus und ließen dem Tabellenvorletzten keine Atempause. Moses Wood traf fünf Dreier, schraubte seine Saison-Bestmarke auf 25 Punkte und lächelte dabei, als wäre es ein Trainingsspiel. Heidelberg? Vier Niederlagen in Serie, 17. Platz, Torverhältnis 654:812 – die Statistik schreit.
Was niemand erwartet hatte: Alba-Coach Pedro Calles hatte vor dem Spiel noch vor „einer besonderen Herausforderung“ gewarnt, weil neue Trainer oft einen emotionalen Punch entfachen. Doch statt eines Punchs kam ein K.o. Heidelberg warf 32 Prozent aus dem Feld, verlor jedes Viertel und sah 17 eigene Turnovers gegen nur 11 Assists. Die Berliner Defense erlaubte gerade einmal sieben Punkte im ersten Viertal – ein Wert, der selbst in der defensivstarken BBL zur Rarität gehört.
Der abstiegskampf wird zum krimi
Retten konnte Heidelberg nur ein anderes Spiel: Braunschweig verpasste in Bamberg die Sensation (81:88), weshalb der Rückstand auf Platz 16 „nur“ drei Siege beträgt. Doch die Konkurrenz lässt nicht locker. Oldenburg schob sich mit einem 98:94 gegen Bonn auf Platz 11, Frankfurt gewann 96:83 in Weißenfels – beide Teams haben die Play-In-Zone im Visier, während Heidelberg schon wieder den Blick nach unten richten muss.
Finetti hatte nach dem Abpfiff die Antworten parat, doch die Fragen werden härter. Kann ein Assistenztrainer, der nie Chef war, eine Mannschaft retten, die sich selbst nicht mehr glaubt? Die nächsten Gegner: Bayern, Ulm, Bonn – ein Programm, das nach weiteren Deutlichkeiten riecht. Die Heidelberger Fans sangen bis zur letzten Sekunde, doch ihre Stimmen brachen, als die Uhr auf Null sprang. 33 Punkte Differenz sind keine Laune, sondern ein Spiegelbild. Wenn sich bis Freitag keine DNA-Veränderung zeigt, wird der Abstieg kein Szenario mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit.
