Alba zertrümmert heidelberger hoffnung – finettis debüt endet in debakel

33 Minuten reichten Alba Berlin, um das Projekt Carlo Finetti in Heidelberg zu demontieren. Die 54:87-Klatsche gegen die Hauptstädter ist nicht nur die vierte Pleite in Folge der MLP Academics, sondern ein Lehrstück darüber, wie schnell ein Trainerwechsel zur Farce verkommt.

Moses wood schleift den aufsteiger mit 25 punkten

Der US-Amerikaner traf, wann immer er wollte. Dreier, Drive, Fade-away – Wood war der personifizierte Unterschied zwischen einem Play-off-Anwärter und einem Abstiegskandidaten. Die Heidelberger Defensive stand wie versteinert, die Rotation kam zu spät, die Hilfe nie. 43 Punkte zur Pause, 15 plus im dritten Viertel, dann 33 Differenz beim Endstand. Statistisch betrachtet war das Spiel nach 18 Minuten entschieden, der Rest war Schadensbegrenzung mit Publikumsbeschäftigung.

Finetti, bis dato Assistent von Dirk Bauermann, wechselte sich sichtlich die Aufstellungen durch. Nothing worked. Die Academics fanden keinen Rhythmus, warfen 32 Prozent aus dem Feld, verloren die Rebounds 28:45 und kassierten 17 Ballverluste. Alba dagegen lief wie Uhrwerk: Calles ließ seine Rotationsreihenfolge unverändert, schonte in der Schlussphase seine Stars und trotzdem wuchs die Kluft.

Die tabelle lügt nie – und die stimmung wird rauer

Die tabelle lügt nie – und die stimmung wird rauer

Weil Braunschweig in Bamberg mit 81:88 unterlag, bleibt Heidelberg auf Rang 17, punktgleich mit den Niedersachsen. Doch die Moral ist ein Trümmerfeld. Nach dem 0:8-Lauf seit der Winterpause rückt der direkte Abstieg in greifbare Nähe. Die Play-In-Plätze sind bereits acht Punkte entfernt, bei noch zwölf Spielen ein Himalaya-Betrag. Immerhin: Oldenburg und Frankfurt gewannen knapp und halten die Spannung in der Mittelfeldgruppe hoch.

Die Frage ist nicht mehr, ob Finetti die Kurve kriegt, sondern wie lange der Verein ihm Luft verschafft. Die Arena am Neckar bot 2.400 Zuschauern Platz, doch nach der Pause schwappte Unmut durch die Tribünen. „Wir brauchen keine Helden, wir brauchen Ergebnisse“, sagte ein Fan beim Verlassen des Stadions – und das klang schon wie ein Ultimatum.

Nächste Woche geht’s nach Ulm, dann kommt Bayern München. Wenn sich bis dahin keine Trendwende einstellt, wird Heidelberg zur Geisterstadt des deutschen Profibasketballs. Der Countdown läuft – und die Uhr tickt lauter als jedes Trainergespräch.