Alba stemmt sich in málaga: niederlage klingt wie versprechen
72:69 in Málaga – die Zahlen täuschen. Alba Berlin landete mit dem Gesicht im Spanischen Staub, stand aber schneller auf, als Unicaja reagieren konnte. Drei Punkte Rückstand? Ein Witz, wenn man bedenkt, dass die Berliner zwölf drunter lagen und trotzdem die letzte Minute im Griff hatten.
Himar Ojeda atmete tief durch, als hätte er selbst die 40 Minuten durchgespielt: „Wenn du so dicht dran bist, tut das weh. Aber was das Team abliefert, ist spektakulär.“ Der Sportdirektor sprach nicht vom moralischen Sieg, sondern von einer Bank, die jetzt höhere Zinsen zahlt. Denn Alba zeigte in der Martín Carpena-Arena nicht nur Rückstandswettbewerb, sondern auch, wie wenig sie sich vom spanischen Titelverteidiger scheuen.
Der 12-punkte-absturz war lehrgeld – und lebensversicherung
Jonas Mattisseck nahm das Mikrofon wie einen Kapitänsgürtel: „Wir können stolz sein, dass wir zurückgekommen sind.“ Die Rede ist von 2:30 Minuten vor Schluss, als Louis Olinde den Ball aus der Drei-Punkt-Zone katapultierte und Jaleen Smith die Uhr auf Null stellte. Die Berliner Defense verschob sich in diesen Momenten von Mann-zu-Mann zu einer flüssigen 2-3-Zone, die Dylan Osetkowski in der Mitte wie einen Türsteher agieren ließ. Málaga traf nur noch einen Wurf aus dem Feld – das ist kein Zufall, das ist ein Plan, der funktionierte, obwohl er erst in der Kabine entstand.
Die Offensive dagegen wirkte wie ein Auto mit Zündaussetzer: 21 Ballverluste, 8 verfehlte Freiwürfe, ein Trio an der Dreierlinie, das 3/14 warf. „Wir haben Málagi eingeladen, mit uns Katz und Maus zu spielen“, sagte Trainer Israel González später leise, als würde er ein Geheimnis preisgeben. Die gute Nachricht: Einladungen kann man zurückziehen.

Mittwoch ist kein finale – es ist ein k.o.-knopf
Best-of-Three bedeutet: Wer jetzt heimspielt, spielt eigentlich auswärts, weil der Druck auf der eigenhen Tür klebt. Alba muss gewinnen, um nicht in der Rückrunde der Bundesliga versinken zu müssen. „Malaga hat die Pflicht, wir haben die Lust“, sagt Ojeda. Gemeint ist: Der Favorit muss beweisen, dass er nicht ins zweite Auswärtsspiel muss. Die Berliner müssen nur beweisen, dass die erste Hälfte in Spanien kein Einmal-Event war.
Die Physiotherapeuten haben bis Mittwoch 48 Stunden, Christ Koumadje′s Sprunggelenk wieder in die Höhe zu bringen. Der Center spielte mit Tape statt mit Timing, holte trotzdem 8 Rebounds in 17 Minuten. Seine Präsenz ist der Hebel, mit dem Alba die Pick-and-Roll-Maschine der Spanier auseinandernehmen will. Ohne ihn wird die Zone schrumpfen und die Dreierquote der Gäste wachsen.
Am Ende zählt eine einzige Frage: Schafft Alba es, die eigenen Fehlerquote unter die 15-Ballverlust-Marke zu drücken? Die Antwort entscheidet, ob die Champions-League-Träume weiterleben – oder ob Ostersonntag gegen Oldenburg nur noch ein Trostspiel wird.
Die Zahlen sind klar: Alba hat in dieser Saison 11 Heimspiele in Folge gewonnen, wenn sie unter 15 Turnovern blieben. Die Serie lebt. Und mit ihr die Gewissheit, dass die Niederlage von Málaga kein Schicksal, sondern eine Vorarbeit war.
