Alba schmiedet mega-campus: 20.000 sitzplätze und berliner basketball-universum

Alba Berlin will nicht nur umziehen – der Klub will die Hauptstadt verändern. Im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses enthüllten Marco Baldi und Finanzchef Daniel Endres Pläne, die die bisherigen Gerüchte um eine „kleine“ 15.000-Zuschauer-Halle sofort verpuffen ließen: 20.000 Plätze, ein eigenes Internat, eine Kita, eine Oberschule und ein Performance-Center, alles auf einem Campus zwischen S-Bahnhöfen Johannisthal und Adlershof.

Der zeitplan ist knallhart

Spätestens in der Saison 2031/32 soll der Ball dort rollen. Bis dahin muss ein dreistelliger Millionenbetrag – Brancheninsider sprechen von mindestens 250 Millionen Euro – vor allem durch internationale Geldgeber aufgetrieben werden. Ein US-Bankenkonsortum soll bereits Interesse bekundet haben, doch die Verhandlungen laufen. Die alte Arena am Ostbahnhof, seit 2008 Albas Zuhause, wird zur Kostenfalle: Mieten im siebenstelligen Euro-Bereich pro Jahr zwingen den Klub, sich neu zu erfinden.

Die neue Mehrzweck-Arena richtet sich nicht nur an Basketball-Fans. Konzerte, E-Sports-Events und Shows sollen die 20.000-Marke knacken; bei Bundesliga-Spielen reduziert sich die Kapazität auf 16.000. Doch die Zahl ist nur die Spitze: Im Windschatto der NBA-Visionen entsteht ein Mikrokosmos, der Profisport, Nachwuchs und Kiezbedarf vereint. Die Kita verspricht 80 bis 100 Plätze, die Oberschule zweizügig, das Internat Platz für Talente aus aller Welt. Ein Performance-Center mit Laboren, Reha- und Analytics-Abteilungen soll Albas Teams auf Champions-League-Niveau heben.

Adlershof wird zum basketball-magnet

Adlershof wird zum basketball-magnet

Der Standort ist kein Zufall: Der Technologiepark bietet 140.000 Quadratmeter, perfekte S-Bahn-Anbindung und direkten Autobahnzugang über B96 und A113. Die Berliner Sportpolitik zeigt sich beeindruckt, doch die bürokratische Hürde steht noch bevor: Bis zur Baugenehmigung sind Gutachten, Umweltverträglichkeitsprüfungen und ein Stadtentwicklungsplan zu absolvieren. Die Uhr tickt. Je länger die Verzögerung, desto teurer wird das Projekt.

Alba riskiert dabei mehr als nur Geld. Der Klub verlässt sich auf die Macht der Marke „Alba“ – ein Zugpferd, das in den vergangenen Jahren trotz Final-Teilnahmen und Pokalsiegen mit steigenden Spielerpreisen und Mieten kämpft. Die neue Arena soll Einnahmen verzehnfachen: Premium-Logen, VIP-Dachgärten, Event-Flächen und ein 365-Tage-Betrieb. Die Rechnung: mehr Einnahmen = höhere Budgets = bessere Spieler = Titel. Die Liga schaut genau hin, denn mit diesem Schritt würde Alba Berlin die Schere zwischen groß und klein in der Basketball-Bundesliga endgültig aufreißen.

Die Fans sind gespalten: Die einen träumen von einer Atmosphäre wie in Istanbul oder Barcelona, die anderen fürchten zu hohe Ticketpreise und den Verlust der verrauchten Charme-Kulisse am Ostbahnhof. Die Entscheidung wird fallen, wenn der erste Spatenstich erfolgt – voraussichtlich 2028. Bis dahin bleibt ein Satz in Berlin in Umlauf: Wenn Alba diese Arena baut, ist der Klub nicht mehr nur Basketball-Flaggschiff, sondern Sport-Imperium. Die Uhr läuft, und die Liga wartet darauf, ob Berlin bald die größte Basketball-Bühne Europas beherbergt.