Mendoza jagt das comeback: barça vor dem doppel-druck-duell

Rodrigo Mendoza sitzt im Fitnessraum, nicht auf der Bank. Seit dem 7. März, als seine Knöchel gegen die Real Sociedad knallten, tickt für ihn eine eigene Champions-League-Uhr. Drei Monate später steht Atlético vor dem Everest-Programm: Barcelona, dann Copa, dann Europa – und der Ex-Elche-Mann will vom erste Tag an dabei sein.

Die maschine wartet auf ihren schrauber

Die Zahlen sind brutal: Barrios fehlt verletzt, Cardoso und Llorente gesperrt. Übrig bleibt Koke – und die Hoffnung, dass Mendozas Adduktoren endlich Ruhe geben. Simeone hat ihn in den letzten Wochen schon öffentlich gelobt, was im Januar noch undenkbar war. „Er versteht das Spiel ohne Ball“, sagte der Trainer nach dem 2:0 in Almería, „und das ist bei uns Pflichtfach.“

Die Wahrheit ist, dass Atlético den Neuzugang braucht, nicht nur als Option, sondern als Notlösung. Die Liga ist kein Trostpflaster mehr, sondern der erste Prüfstein gegen Hansi Flicks neuen Barça-Turbo. Verliert Atlético am Samstag, zieht der Katalane vorbei – und die Stimmung vor dem Halbfinale droht zu kippen.

Eine stunde am limit reicht nicht

Eine stunde am limit reicht nicht

Mendoza trainiert zweimal täglich, einmal mit Ball, einmal ohne. Die Mediziner haben ihm eine „80-Protokoll“ verordnet: Sprint nur bis 80 %, Zweikampf nur mit Schutz, Passdauer maximal 80 Meter. Die Knöchel sind zwar geschwollen, aber die Entscheidung fällt am Freitagabend. „Wenn er ohne Schmerzen aufwacht, spielt er“, flüsterte ein Betreuer nach dem Abschlusstraining.

Die Ironie: Genau der Spieler, der eigentlich für die Rückrunde als Staffage gedacht war, soll nun den Saisonplan retten. 4,5 Millionen Ablöse, 18 Minuten Bundesliga-Einsatzzeit – und plötzlich der Schlüssel für zwei Titel. Das ist kein Bärendienst, das ist ein Bärenauftrag.

Sollte Mendoza gegen Barça starten, wird er nicht als Held gefeiert, sondern als Notnagel. Aber manchmal reicht ein Nagel, um ein ganze Saison zu retten. Der Metropolitano wird am Samstag um 21.00 Uhr wissen, ob der Schrauber fest sitzt – oder ob die Maschine zu wackeln beginnt.