Alba fliegt ins höllenloch: malaga wartet mit titel und angst

Der 94:73-Pflichtsieg in Braunschweig war noch warm, da packte Alba Berlin schon die Koffer – Richtung Fegefeuer. Am Mittwoch (20.30 Uhr/Dyn) treffen Pedro Calles’ Mannen im Viertelfinale der Basketball Champions League auf Unicaja Malaga, den spanischen Dauerfeuer-Giganten, der die Trophäe in den letzten beiden Jahren mitnahm und sich diesmal wieder den Pokal auf den Kaminsims stellt.

Das los, das keiner haben wollte

Sportdirektor Himar Ojeda atmete tief durch, als er die Auslosung sah: „Das schlechteste Los. Punkt.“ Die Zahlen sprechen für ihn: Malaga holte 2022 und 2023 den Titel, 2021 stand das Team im Finale – eine Serie, die selbst Euroleague-Clubs in den Schatten stellt. Alba hingegen schlurfte im August durch ein Testspiel: 76:92, keine Gegenwehr, kein Konzept.

Doch die Berliner sind nicht mehr dieselben. „Wir sind heute ein anderes Team“, sagt Kapitän Jonas Mattisseck, 26, und meint damit die defensive Reifung seit Januar sowie den wachsenden Selbstvertrauenstank um Topscorer Jaleen Smith. Die Frage lautet nur: Reicht das gegen Malagas Achterbahn-Tempo und die 6.600 fanatischen Fans in der Carpena-Arena, die jeden Gegner in eine akustische Wand aus Feuer und Druck verwandeln?

Charter statt linienflug – der preis des erfolgs

Charter statt linienflug – der preis des erfolgs

Die Reise selbst wurde zur Herausforderung. Weil in Berlin Schulferien herrschen, waren alle Linienmaschinen ausgebucht – also musste der Klub eine Charter-Cessna anheuern, Kosten: rund 80.000 Euro. Eine Summe, die sich nur rechnet, wenn Alba am Ende wenigstens ein Spiel in Spanien gewinnt. Die Serie läuft nach Best-of-Three, Spiel zwei steigt am 12. April in der Uber-Arena, ein möglicles Decider wäre am 15. April wieder in Andalusien.

Trainer Pedro Calles schickt seine Spieler trotzdem mit einem Flaschenpost-Gefühl aufs Parkett: „Wir haben nichts zu verlieren. Der Druck sitzt in Malaga.“ Tatsächlich: Verliert der Titelverteidiger das Heimspiel, zittert ganz Andalusien. Alba kann dagegen befreit aufspielen – eine Rolle, die den Berlinern in dieser Saison selten zugestanden wurde.

Die Statistik? Makellos für Malaga. Die Realität? Pokale werden nicht auf Papier verteilt. Wenn Alba früh trifft und die spanische Furie in Zweifel stört, könnte aus einer Demonstration ein Zweikampf werden. Die Berliner wissen: Eine Siegeseuphorie würde nicht nur das Viertelfinale öffnen, sondern der ganzen Liga signalisieren, dass der große Kampf um europäische Relevanz wieder in der Hauptstadt stattfindet.