Alba berlin rettet sich mit 27 punkten delow in letzter sekunde
Die Ampel war längst auf Gelb, als Malte Delow den Ball aufnahm. 21 Punkte lagen Alba Berlin zurück, die Seawolves jubelten schon – doch dann schlug die Stunde des 23-Jährigen. Mit 27 Punkten schraubte sich der Shootingguard zur Ein-Mann-Armee und bugsierte den Tabellenzweiten knapp am Absturz vorbei: 89:85 hieß es am Ende, ein Triumph, der wehtut und gleichzeitig atmet.
Rostock schockt, berlin schüttelt sich
39:56 stand es nach zwei Vierteln, Pedro Calles stemmte die Hände gegen die Stirn, die Mercedes-Benz Arena verstummte. Die Seawolves trafen aus der Distanz wie auf Kommando, Berlin wirkte wie in Watte gepackt. Drei Tage nach der 68:99-Demontage durch Syntainics MBC schien das nächste Debakel programmiert. Doch wer diese Alba kennt, weiß: Erst wenn das Kinn den Boden berührt, beginnt der eigentliche Kampf.
Im dritten Viertel wechselte Calles in eine kleine Rotation, stellte auf Pressing um, ließ Rostock laufen. Delow traf Dreier im Sekundentakt, Luke Sikma riss sich jeden Ball vom Brett, und auf einmal war die Halle ein Kessel. Die 21-Punkte-Hürde schrumpfte auf sechs, dann auf zwei – und als Delow 23 Sekunden vor Schluss zum 87:85 traf, war die Wende komplett.

Ludwigsburg nebenbei im vorbeigehen
Während Berlin noch zitterte, gaben die MHP Riesen Ludwigsburg derweil eine Demonstration ab. 97:65 gegen die Frankfurt Skyliners – kein Drama, keine Herzklopfen, nur eiskalte Effizienz. Drei Akteure kamen auf zweistellige Punktzahlen, die Defense limitierte Frankfurt auf 30 Prozent Feldwurfquote. Für Ludwigsburg war es der dritte Sieg in Serie, für Frankfurt die nächste Realsatire in einer Saison, die nach dem Motto läuft: Je nächter die Play-offs rücken, desto ferner das eigene Selbstvertrauen.
Alba kehrt nun mit 22 Siegen auf Platz zwei zurück, aber die Wehen dieser Partie naggen. Die Seawolves verpassten den Sprung auf Rang fünf, doch ihr Gesicht nach der Schlusssirene verriet: Sie wissen, dass sie dem großen Favoriten 38 Minuten lang den Atem raubten. Und Delow? Der hatte nach Abpfiff nicht einmal mehr Stimme, dafür aber die Kugel unterm Arm – Spielball Nummer 27, ein Andenken an einen Abend, an dem Berlin beinahe gestolpert, aber letztlich doch wieder aufgestanden ist.
