Alavés: offensivfeuerwerk trügt über abwehr-desaster hinweg
Vitorias – Ein furioser Offensivstart unter Quique Sánchez Flores ließ Hoffnungen auf eine Wende im Alavés-Spiel aufkommen. Doch was wie eine taktische Meisterleistung aussah, entpuppt sich zunehmend als gefährliches Trugbild. Die Mannschaft präsentiert sich zwar in schwindelerregender Torlaune, während die Abwehr reihenweise Fehler produziert.
Die offensive explodiert – eine frage der zeit, bis sie nach hinten losgeht?
Nach der Verpflichtung von Quique Sánchez Flores schien die Defensive des Alavés endlich stabilisiert zu werden. Doch die Realität sieht anders aus. Statt eines ordentlichen Defensivverbundes erleben wir ein Offensivfeuerwerk, das jedoch mit einer immensen defensiven Schwäche einhergeht. In den ersten fünf Spielen unter der Leitung des Madrilenen erzielte Alavés unglaubliche zwölf Treffer – das entspricht 34 Prozent der gesamten Saisontore. Unter Eduardo Coudet lag der Wert bei lediglich 0,88 Toren pro Spiel, während Quique diesen Wert auf beeindruckende 2,4 Toren pro Spiel katapultiert hat. Einzig das Unentschieden gegen Villarreal (1:1) blieb von dieser Torflut ausgenommen.
Die taktische Kehrtwende ist unverkennbar: Alavés benötigt nun weniger Pässe, um in den gegnerischen Strafraum vorzudringen, agiert über die Flügel deutlich aggressiver und setzt vermehrt auf Flankenläufe. Toni Martínez und Lucas Boyé befinden sich in Topform und treiben den Angriff an. Sogar Ibrahim Diabaté konnte sich in Anoeta in die Torschützenliste eintragen. Vier Spiele in Folge konnte Alavés nun Punkte holen – ein Beleg für die gesteigerte Offensivkraft.

Defensive wie ein spong – sivera kaum zu halten
Doch der Schein trügt. Denn während die Offensive glänzt, leidet die Defensive massiv. Torwart Sivera musste in den letzten fünf Spielen bereits zwölf Gegentore hinnehmen. Alavés hat nun 16 Partien in Folge mindestens ein Tor kassiert – eine alarmierende Entwicklung. Die Abwehr wirkt anfällig und unorganisiert, was das Team zwingt, sich ausschließlich auf seine offensive Stärke zu verlassen. Dies ist ein riskantes Spiel, das schwerwiegende Folgen haben könnte.
Die Bilanz von Quique Sánchez Flores liest sich mit sechs von 15 möglichen Punkten zwar nicht schlecht, doch angesichts der offensiven Leistung ist sie enttäuschend. Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob Alavés Tore schießt, sondern ob die Mannschaft in der Lage ist, die Gegentore zu verhindern. Denn so kann kein Rennen über die Runden gewonnen werden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Alavés ist eine offensive Macht, aber auch ein defensives Einfallstor.
