Agnes reisch schreibt in vikersund deutsche skiflug-geschichte

208,5 Meter flog Agnes Reisch am Freitag über den Monsterbakken von Vikersund. Eine Zahl, die nicht nur die 200-Meter-Marke endgültig dem deutschen Skiflug-Damentrio einverleibt, sondern auch die bisherige Bestweite von Selina Freitag um satze 6,5 Meter pulverisiert.

Die sekunden des rekords

Juliane Seyfarth war es, die den Stein ins Rollen warf. 202,5 Meter standen auf der Anzeige, als sie nach ihrem Trainingssprung landete – ein Wert, der sie für den Bruchteil einer Minute zur Rekordhalterin machte. Dann kam Reisch. Ihr Flug schien eine Ewigkeit zu dauern, die Zuschauer hielten den Atem an, bis die 208,5 Meter endlich aufleuchteten. Der alte Rekord aus dem März 2025 war Geschichte.

Für die 26-jährige Oberstdorferin ist es der vorläufige Höhepunkt einer Saison, in der sie sich endlich aus dem Schatten der Konkurrentinnen befreit. Drei deutsche Skispringerinnen haben nun die 200-Meter-Grenze durchbrochen – ein Novum, das die Dominanz des DSV-Teams in der Luft unterstreicht.

Schmids letzte mission

Schmids letzte mission

Katharina Schmid indessen verpasste die magische Marke erneut. Die Rekordweltmeisterin kam auf 182,5 Meter als Bestweite und rutschet mit Mühe in den Einzelwettkampf am Samstag. „Ich will unbedingt noch die 200 Meter schaffen“, hatte sie vor dem Training gesagt. Bleibt ihr nur noch dieses Wochenende und die Weltmeisterschaft in Trondheim, um ihren Traum zu verwirklichen.

Die Bestweite der siebenmaligen Weltmeisterin liegt weiterhin bei 198,5 Metern – aufgestellt im Jahr 2023, als Vikersund noch nicht einmal auf dem Radar schien. Der Weltrekord bleibt unangefochten: Nika Prevc aus Slowenien flog einst 236,0 Meter weit.

Am Samstag geht es um 9.30 Uhr live im ZDF und Eurosport weiter. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Deutsche die 200 Meter schafft – sondern nur noch, wie weit der nächste Flug trägt.