Afrika-cup-skandal: caf entzieht senegal den titel – marokko erbt den pokal
Der Pokal ist noch in Dakar, doch offiziell gehört er jetzt Rabat. Der afrikanische Fußballverband CAF hat den Senegal nachträglich des Afrika-Cup-Sieges beraubt und Marokko per Urteil zum Champion erklärt. Grund: die kurze Revolte der Senegalesen im Finale, als sie den Platz verließen. Die Reaktionen reichen von Gelächter bis blanker Zorn.
Der cup bleibt, sagt der verband – und droht mit dem cas
„Der Pokal wird das Land nicht verlassen“, donnerte Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow gestern Abend in Dakar. Sekunden später kündigte der Senegalesische Fußballverband Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS an. Artikel 82 und 84 des Wettbewerbsreglements seien zwar klar, doch Seydou Sow spricht von einer „Schande für den afrikanischen Fußball“. Die Argumentation: Die Spieler seien nur für wenige Minuten raus, der Schiedsrichter habe die Partie später fortgesetzt – und Senegal habe sportlich gewonnen.
Die CAF sieht das anders. Wer freiwillig geht, hat laut Regelwerk automatisch verloren. Folge: 3:0-Wertung für Marokko, Amtsenthebung des Champions, historische Ersatzzuteilung.

„Kommt und holt sie euch!“ – stars spotten über die entscheidung
Pathé Ciss postete ein Foto, auf dem er den Pokal zwischen Zahnarzt-Grinsen und goldener Kette balanciert. Untertitel: „Ihr könnt den Heulsusen noch drei Tore geben.“ Rayo-Vallecano-Mittelfeldspieler, 29, kennt die neue Wertung – und pfeift darauf. Habib Diarra von Sunderland schickte einfach nur drei lachende Emojis. Moussa Niakhaté, Lyon-Verteidiger, stellte sich mit Trophäe ins Wohnzimmer und forderte: „Kommt und holt sie euch! Die sind ja verrückt.“
Die Botschaft ist einhellig: Wir waren die Besten, wir bleiben die Besten, egal was irgendein Papier sagt.

Claude le roy wirft infantino erbsenzählerei vor
Der Franzose, der 1988 mit Kamerun den Afrika-Cup gewann, schaltete rot. „Infantino sieht sich als Trump des afrikanischen Fußballs“, wetterte Le Roy im Interview mit Radio France Internationale. „Er glaubt, er dürfe Endrunden per Fernbedienung umpflügen.“ Der 76-Jährige wirft der FIFA-Chefetage vor, hinter den Kulissen Druck auszuüben, um politische Gefälligkeiten zu sichern. „Am Ende lachen wieder alle über Afrika. Es ist erbärmlich.“
Ob der CAS die Nichtigkeitsklage des Senegals stützt, bleibt offen. Juristisch steht der Verband auf wackeligem Boden: Die Regeln sind eindeutig, die Spieler verließen ohne Erlaubnis den Rasen. Doch das Image der CAF ist längst ramponiert. Wer seine Krone per Richterspruch verschenkt, verschenkt auch Glaubwürdigkeit.
Marokko feiert heimlich, brahim díaz darf wieder lächeln
In Rabat atmet der Verband erleichtert auf. „Wir haben nie den sportlichen Ausgang angefochten, nur die Einhaltung der Regularien“, betonte ein Sprecher. Der eigentliche Pechvogel des Finales wird zur Galionsfigur: Brahim Díaz, der den Elfmeter verschoss, der zu den Tumulten führte, erfuhr die Wende auf der Bank von Real Madrid. „Ich dachte, man macht Witze“, sagte er nach dem 2:1 gegen Manchester City. „Jetzt bin ich Champions-League- und Afrika-Cup-Sieger innerhalb von drei Tagen – das Leben ist verrückt.“
Der Pokal steht weiter in Dakar, offiziell aber in Rabat. Die nächste Instanz ist der CAS, das nächste Kapitel ein Rechtsdrama. Für den Kontinent ein Scherbenhaufen – für die Meme-Industrie ein Goldfund. Afrika lacht, Afrika tobt, Afrika schaut auf einen Pokal, der plötzlich zwei Besitzer hat und keinen einzigen echten Sieger.
