Adeyemi zündet bvb-sieg, 18-jähriger träumt: dortmund schlägt augsburg 2:0
Signal Iduna Park, 15. Spielminute – der Ball fliegt wie ein Katapult, Adeyemi sprint, zieht ab, trifft. Die 81 000 ahnen: Das wird ein Kurznachrichten-Samstag, kein Krimi. Karim Adeyemi eröffnet, Luca Reggiani besiegelt, der BVB marschiert mit 2:0 über den FC Augsburg und schiebt sich auf Tabellenkurs Champions-League-Zone.
Kovac stellt um – und trifft
Niko Kovac hatte vor Anpfiff die Bombe gelegt: Sturm-Topscorer Serhou Guirassy und Leih-Hoffnung Fábio Silva bleiben draußen, dafür startet das Turbo-Duo Beier/Adeyemi. Der Plan: früh stehlen, Augsburg überlaufen. Funktioniert. Nach 13 Minuten schlägt Maximilian Beier die Hacke quer, Adeyemi nimmt Maß, lässt Finn Dahmen keine Chance. Die Schwarz-Gelben spielen fortan auf Zeitlupen-Tempo, aber auf Abruf: Adeyemi donnert die Kugel an die Latte (32.), Sabitzer und Beier zaubern mit Hacken-Double-Pass, Dahmen bleibt diesmal Glück.
Die Gäste? Selten entblößt. Erst in Minute 48 wackelt Dortmund, als Felix Nmecha Schiedsrichter Bastian Dankert umrennt. Der Unparteiische geht zu Boden, atmet tief durch, pfeift weiter – und wird kurz darauf zur Nebenfigur eines Teenager-Traums.

18 Jahre, 1,85 m, erste buden: reggiani schreibt geschichte
59. Minute, Ecke von der linken Seite. Julian Brandt schlägt flach, Luca Reggiani hechtet, nickt, jubelt. 2:0. Der Innenverteidiger, erst seit Januar im Profikader, hat sich seinen ersten Treffer selbst geschenkt. Die Südtribüne tost, Reggiani rennt zu den Fans, wird von Adeyemi und Co. erdrückt. „Ich hab letzte Nacht davon geträumt“, sagt er später, Stimme gebrochen, Augen glasig. „Aber Träume sind selten pünktlich.“
Die Zahlen sprechen klar: Dortmund bleibt bei fünf Heimsiegen in Serie, klettert auf Rang vier, nur zwei Punkte hinter Leipzig. Augsburg rutscht auf Platz 13, die Abstiegszone lodert nur drei Zähler entfernt.
Kovac bilanziert knapp: „Wir haben die Pflicht erfüllt, mehr nicht. Aber ein 18-Jähriger trifft sein erstes Mal – das ist die Story, die bleibt.“ Reggiani selbst will nicht feiern. „Sonntag Training, Montag Mainz“, sagt er, als hätte er das Geschäft verstanden, bevor er erwachsen wurde.
Am Ende steht ein Ergebnis, das keinen BVB-Fan überrascht, aber einen Jungen berühmt macht. Und vielleicht ist das der eigentliche Sieg: Ein Neuling besiegt die Nervosität, die Bundesliga besiegt Langeweile. Wer nächste Woche aufläuft, ist egal – das Stadion hat schon seinen neuen Helden.
