Aicher zündet den angriff: shiffrin erstmals in reichweite

120 Punkte. Mehr nicht. Emma Aicher hat Mikaela Shiffrin beim Riesenslalom von Are die Ampel auf Rot gezeigt und die Kugel wieder ins Rollen gebracht.

Shiffrin stolpert, aicher sticht

Der erste Durchlauf war ein Eigentor der US-Superstar. Ein Sturzversuch kurz vor dem Ziel, drei Sekunden Fehlzeit – plötzlich lag Shiffrin außerhalb der Top-30. Aicher fuhr wie auf Schienen, sparte Energie, kassierte die Zähler. Im zweiten Lauf rappelte sich Shiffrin noch auf Rang fünf hoch, doch der Schaden blieb: fünf Punkte weniger auf dem Konto, fünf Punkte mehr für die Jagd.

Julia Scheib nahm sich inzwischen die Kristallkugel für die Disziplin. Die Steirerin feierte vor Heimpublikum ihren zweiten Weltcup-Sieg – und machte die Wertung klar. Für Aicher zählt nur noch die große Kugel.

Speed-duelle werden die waagschale

Speed-duelle werden die waagschale

Noch fünf Rennen, zwei davon Speed. Aicher ist keine reine Slalom-Rakete, sie kann im Super-G mitmischen und im Abfahrtstraining schon die Uhr stoppen. Shiffrin dagegen muss in der Piste ihre Schwäche verstecken: Die Amerikanerin hat in diesem Winter nur ein einziges Speed-Podium geholt. Wenn Aicher in den Alpinen zwei Mal unter die Top-3 fährt, schmilzt der Vorsprung auf 60 Punkte – und der Slalom am Sonntag wird zur offenen Rechnung.

Die Saison ist längst keine Ein-Mann-Show mehr. Shiffrin war es gewohnt, mit Vorsprung in die Finalwoche zu reisen. Diesmal muss sie nach vorne schauen – und weiß, dass ein einziger Fehler reicht, um die Krone zu verlieren. Aicher hat nichts zu verlieren, alles zu gewinnen. Die Jagd ist eröffnet.