Aday mara schreibt spanische basketball-geschichte - ncaa-titel weckt em-traum
Spanien hat seinen ersten
NCAA-Champion. Aday Mara lässt Michigan jubeln, die Iberische Halbinsel träumt. Mit 69:63 gegen UConn schreibt der 2,21-Meter-Pivot Geschichte - und Nationaltrainer Chus Mateo schickt sofort die Kader-Signale.Warum mara plötzlich ganz oben auf der liste steht
Mateo schwärmt, aber er schwärmt mit Zahlen. 15 Punkte, 8 Rebounds, 3 Blocks im Finale - und das gegen den vermeintlich besten Center der Liga, Donovan Clingan. „Er hat die Schule abgeschlossen“, sagt der Coach, der seit September 2025 die Rotfasern lenkt. Gemeint ist: Mara war gegen UConn nicht mehr der Rohdiamant aus Badalona, sondern ein Spieler mit NBA-Format.
Der 19-Jährige bestätigt die These, dass Europas Bigs früher reif werden. Er spielte 34 Minuten, traf den entscheidenden Fade-away bei 63:61 und blockte in der letzten Minute zwei Mal. Spanien hatte zuletzt 2022 keinen Center in der All-Tournament-Team der NCAA, nun stellt es den MVP der Final Four. Ein nationales Anliegen.

Der geheime plan: post-high-school statt acb-bank
Mateos Lob ist kalkuliert. Statt spanische Liga-Minuten zu sammeln, holte Mara sich 35 College-Spiele mit durchschnittlich 28 Minuten. „Das ist ein Crashkurs im modernen basketball“, analysiert Mateo. Pick-and-Roll, Switch-Defense, Perimeter-Wurf - alles Dinge, die in der ACB nur selten auf dem Lehrplan stehen. „Er kommt als besserer Spieler zurück, als er wegging“, sagt der Trainer und meint damit auch die psychische Komponente: Mara traf in der crunch time, weil er es in March Madness gelernt hat.
Álvaro Folgueiras zieht mit. Der Flügel von Iowa Hawkeyes war zwar im Viertelfinale raus, lief aber im Sweet Sixteen mit 18 Punken auf. „Wir haben zwei NCAA-Pros, die nicht mehr nur Talent sind, sondern Ergebnisse liefern“, so Mateo. Die Botschaft: Wer in den USA liefert, bekommt bei der Nationalmannschaft ein Ticket. Die EM 2025 in Cyprus rückt näher.

Die zahl, die spanien nervös macht
2006 holte Spanien die WM, 2009 und 2011 die EuroBasket - mit den Gasol-Brüdern als NCAA-gestählten Zentralfiguren. Seitdem keine große Trophäe mehr. Mara ist erst der dritte Spanier überhaupt in einem Final-Four-Fünfer-Team. Die Statistik spricht Bände: NCAA-Champions haben eine 67-Prozent-Chance, später auch international Titel zu gewinnen. Mateo will diese Quote nutzen. „Wenn er im Sommer 16 Kilo Muskeln und einen sicheren Dreier drauflegt, ist er startklar“, sagt er halb scherzhaft, halb fordernd.
Am Flughafen von Detroit wartet bereits der spanische Verbandsphotograf. Die Bilder von Mara mit NCAA-Pokal und roter Flagge sollen Rekrutierungsmaterial werden. Denn der nächste Jahrgang schaut: Alex Sotelo, Izan Almansa, Rafael Villar - alle an US-Campussen. Mara ist das lebende Beispiel, dass der Umweg über Amerika kein Abstecher, sondern der Schnellzug in die Top-12 ist.
Chus Mateo wird diese Tage nicht viel schlafen. Er hat 127 Spiele von Mara und Folgueiras auf Band, muss sie in ein 15-Mann-Aufgebot pressen. Die gute Nachricht: Er kann sich jetzt auf Fakten stützen statt auf Hoffnung. Die schlechte: Er muss liefern, sonst folgt der nächste Colectivo-Boom. Denn Spanien trägt nicht nur einen neuen Champion aus, sondern auch einen neuen Anspruch. Die NCAA war der erste Schritt, jetzt kommt der zweite: ein EM-Titel innerhalb von zwei Jahren. Mara hat die Messlatte gelegt - 2,21 Meter hoch.
