Aday mara rast den spanischen basketball in die ncaa-final four
Indianapolis – ein Name, der sonst nur Motorsport-Fans schwitzen lässt. Diesmal aber ist es Aday Mara, der den Lucas Oil Stadium zum Kochen bringt. Der 19-jährige Center aus Santander ist der erste spanische Mann, der in die Final Four der NCAA einzieht – und damit etwas schafft, das weder Pau Gasol noch die Hernangómez-Brüder je gelungen ist.
Frauen vor, Männer nach: Maite Cazorla und Helena Pueyo standen bereits auf dem College-Thron, Mara nun folgt mit den Michigan Wolverines. Das Timing ist perfekt – zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Arizona schickt die FEB ein kleines Machtpaket über den Atlantik.

Chus mateo fliegt mit scout und präsidentin hinterher
Nationalcoach Chus Mateo landet am Freitag in Indianapolis, begleitet von Dani Gómez, dem FEB-US-Scout, und Elisa Aguilar, der Präsidentin des Verbandes. Keine Touristenfahrt, sondern Schachzug: Sie wollen Mara live beim Board-Wrestling sehen, 15 Rebounds in 28 Minuten gegen Purdue haben sie neugierig gemacht. „Wir schauen nicht nur, wir sprechen“, sagt Mateo knapp. Drei Wochen tourte er bereits durch Campus-Gymnasien von Durham bis Westwood, sprach mit sieben spanischen Nachwuchsstars – Mara ist nur die Spitze des Eisbergs.
Michigan selbst schaltet nach dem Viertelfinalsieg auf Angriff. Trainer Juwan Howard ließ seine Jungs Samstag um 5:00 Uhr Frühtrainings-Video schneiden: Arizona spielt Retro-Basketball, Post-Ups statt Pace, Mara gegen Oumar Ballo wird zum Handgemenge. „Wir haben deren Box-Out-Statistik zerlegt, sie holen 38 % ihrer eigenen Misses, aber nur 21 %, wenn der Gegner zwei große Manns stellt“, verrät Assistant Coach Saddi Washington im Telefonat mit uns. Mara selbst sagt: „Sie wollen mich müde kriegen, ich will sie foulen. Einer wird lügen.“
Sollten die Wolverines gewinnen, stünde Mara vor dem Sprung in die Geschichte: Erstes Finalspiel, erste spanische Krone im March Madness. Die NBA-Scouts sind längst eingeflogen. GMs aus Atlanta, Utah und Oklahoma City buchten schon vor der Sweet-16 Karten, der 2,18-Meter-Riese liegt in Mock-Drafts zwischen Pick 18 und 24. Eine Quelle aus dem Lottery-Umfeld sagt: „Wenn er gegen Arizona 20 Minuten spielt und die Plus-Minus positiv ist, steigt er in die Top-15.“
Spanien drückt die Daumen, die FEB rechnet schon mit einem Sommer voller Werbevideos. Mara selbst will vor dem Tip-Off nichts vom NBA-Circus wissen. „Erst Final Four, dann reden wir“, sagt er und verschwindet im Kraftraum. Die nächste Stunde wird entscheiden – für ihn, für Michigan und für eine Basketball-Nation, die endlich wieder einen Helden auf dem größten College-Feld der Welt hat.
