Adam yates schraubt sich auf santa trega zum gesamtsieg – vingegaards schicksalsberg entscheidet o gran camiño
Die vierte Auflage von O Gran Camiño findet ihren König auf Stein. Adam Yates wird sich nach 159 Kilometern und 3.200 Höhenmetern auf dem Monte Trega die Krone selbst aufsetzen. Der Brite tritt die letzte Etappe mit 1:25 Vorsprung auf Jørgen Nordhagen an – ein Polster, das selbst die 17-prozentige Rampe des letzten 500-Meter-Blocks nicht mehr zerreißt.
Galiciens schicksalsberg meldet sich zurück
3,6 Kilometer, 7,6 % durchschnittlich, aber diese Zahlen lügen. Sie verstecken nicht den 200-Meter-Passagen à 14 % und sie sagen nichts über die Pflastersteine, die bei Nieselregel glatt wie Eis sind. Jonas Vingegaard fuhr hier 2023 in die Sterne. Heute entscheidet sich, wer das Nachfolger-Drama schreibt.
Die Strecke jagt das Feld dreimal über zweite-Kategorie-Anstiege, bevor es in A Guarda an den Miño-Mündungstrichter geht. Arbo, Ponteareas, Salvaterra – die Ortschaften sind nur Kulisse. Hauptdarsteller ist der Wind, der aus Atlantik und Fluss gleichzeitig bläst und im Finale jeden Watt-Wert auf den Prüfstand stellt.

Spanien hofft auf balderstone
Hinter Yates liegt eine spanische Doppelspitze. Abel Balderstone, Zeitfahr-Nationalmeister, startet als Vierter, 34 Sekunden hinter Alessandro Pinarello. Sein Caja-Rural-Kollege Iván Romeo, Straßenmeister, folgt auf Rang fünf. Beide müssen angreifen, wenn sie das Podest noch umfärben wollen. Die Rechnung: 20 Sekunden auf dem Alto da Portela, 14 auf Trega – dann wäre Platz drei drin.
Yates selbst hat seit Oman nicht mehr gerast. Er ballert die Steigungen dennoch mit 6,2 W/kg. UAE gibt sich lässig: „Wir kontrollieren, wir reagieren, wir gewinnen“, sagte Direktor Matxin nach der Cabeza-de-Meda-Demolition. Die Taktik ist simpel: McNulty zieht die Gruppe auseinander, Yates sprintet weg. Ende.
Für João Almeida ist das Rennen ein Testlabor. Der Portugiese schaut nicht auf die Uhr, er schaut auf Yates. „Wenn Adam hier oben durchkommt, wird er mich im Giro zum Rosa tragen“, sagt er. Keine Lobhudelei, nüchterne Feststellung. Monte Trega ist Generalprobe für den Block, der im Mai die Alpen quält.
Start: 11.30 Uhr in Ponteareas. Ziel: voraussichtlich 16.12 Uhr auf Santa Trega. Die Steigung ist ab Kilometer 156 live im Galicien-Fernsehen. Wer nicht schaut, verpasst, wie sich ein Berg in ein Schicksal verwandelt.
