Acosta raus aus der spur: brasilien-desaster schmeißt ktm-pilot aus dem titel-tritt

Pedro Acosta fuhr mit Blei im rechten Fuß und einem KTM, das auf der 994-Meter-Kanalgeraden wie ein Traktor wirkte, nur noch auf Rang sieben. Mit 14 Punkten Rückstand auf Bezzecchi ist der Traum vom Rookie-Thron erstmal ins Brasilien-Kollektiv gegangen.

Der sturz in q2 war erst der auftakt

Ein High-Side in der letzten Sekunde der Qualifying-Session katapultierte ihn von Startplatz vier auf Neun. Doch selbst ein perfekter Start half nichts: „Bis zur Zehnten war ich noch dran, dann kam die gleiche Geschichte wie im Sprint – die Reifen weg, die Top-Speed-Lücke unverändert fünfzehn Sachen.“

Acosta bestätigte, was die GPS-Daten schon verraten: Auf der längsten Geraden des Kurses schaufelten die Aprilia- und Ducati-Triebwerke satte 13 km/h mehr aufs Tacho-Glas. „Ich bin mit offenem Visier in die erste Schikane reingebrettert, aber wenn du 200 Meter vor der Kurve schon neben ihm bist, kannst du nur noch beten, dass er dich nicht ausspuckt.“

Medium-reifen-gambit ging nach hinten los

Medium-reifen-gambit ging nach hinten los

Sein Boxen-Call, auf den hinteren Medium-Compound zu setzen, war eigentlich ein Akt der Verzweiflung. „Wir wollten nicht wieder diese Chaoten-Runde mit letzter-Minute-Reifenwechsel, aber der Soft war nach fünf Runden ein Kaugummi.“ Das Resultat: Zeitverlust in Sektor zwei, kein Überholmanöver in Sicht.

Die nüchterne Bilanz nach 24 Runden: 0 Podestplätze, 0 Sprint-Siege, 1 Führung in der WM – verspielt. „Wir haben 100 Prozent aus dem Chassis gequetscht, aber 100 von nichts bleibt nichts“, sagte er zwischen zwei Flüchen in die DAZN-Kamera.

Austin droht das nächste albtraum-layout

Austin droht das nächste albtraum-layout

Beim kommenden Grand Prix in Texas wartet erneut eine 1,2-Kilometer-Gerade. „Wer dort mit 340 km/h überholt, braucht keine Hecktür, sondern ein Flugticket“, scherzt Acosta, doch seine Stimme klingt wie ein Boxenstopp ohne Reifen. KTM-Ingenieure basteln bereits an einer Jerez-Test-Spezifikation, die mehr Abtrieb per neue Heckflügel bringen soll – aber bis Europa ist noch ein Ozean voller PS-Hungriger.

Die Realo-Frage, ob Thailand oder Brasilien sein wahres Niveau zeigten, beantwortet er mit einem Schulterzucken: „Keines von beiden. Die Wahrheit liegt irgendwo auf dem Weg zum Boxeneingang.“

Acosta bleibt vor allem eins: realistisch. „Wir sind nicht mehr der Underdog vom letzten Jahr, aber auch noch kein Top-Team. Solange die Boxenfunk-Anweisung lautet ‚Vollgas, sorry‘, zählt nur Arbeit.“ Die nächste Schikane nennt sich Austin – und sie kommt mit 340 Sachen auf ihn zu.