Acht teams, ein traum: das final4 steht in der weiblichen a-jugend-bundesliga

Die Schlussphase beginnt. Nach 22 Spieltagen, 132 Begegnungen und Tausenden von Toren haben sich die besten vier Teams der weiblichen A-Jugend-Bundesliga für das Final4 qualifiziert. Wer am 10. Mai den Titel holt, entscheidet sich in zwei packenden Halbfinals.

Die viertelfinals lieferten drama bis zur letzten sekunde

Handewitter SV gegen HSG Bensheim/Auerbach: 25:24. Ein Tor. Mehr nicht. Das war der Unterschied zwischen Weiterkommen und Aus. Das Rückspiel? 32:23 für Bensheim. Macht 56:48 im Gesamtscore – und trotzdem hatte Handewitter bis zuletzt den K.o. in der Hand. So eng ist das Niveau in dieser Liga.

Ein anderes Bild bot sich im Duell zwischen TuS Steißlingen und TV Hannover-Badenstedt. Die Erstauflage ging 33:32 an Steißlingen, das Revanchespiel 33:26 an Hannover. 65:59 im Gesamtscore – Hannover zieht ins Halbfinale ein, obwohl sie das erste Spiel verloren haben. Die Regel: Auswärtstor zählt nicht, nur die Tordifferenz. Hannover nutzte das Heimrecht im Rückspiel gnadenlos aus.

Marc hünerbein und der buxtehuder sv: souverän, aber nicht ungeschoren

Marc hünerbein und der buxtehuder sv: souverän, aber nicht ungeschoren

Marc Hünerbein, Trainer des Buxtehuder SV, schickte seine Mannschaft mit einer klaren Marschroute in die Viertelfinals: „Wir wollen das Final4. Alles andere wäre eine Enttäuschung.“ Das 29:29 im ersten Spiel gegen Borussia Dortmund war ein Warnschuss. Das 33:25 im Rückspiel die Antwort. Besonders auffällig: Linksaußen Mia Schöne, die in beiden Partien zusammen 14 Tore warf und damit zur sicheren Bank wurde.

Hsg stuttgart-metzingen vs. hsg blomberg-lippe: das torfestival

Hsg stuttgart-metzingen vs. hsg blomberg-lippe: das torfestival

33:36 im ersten Spiel. 26:27 im zweiten. 63:63 im Gesamtscore. Stuttgart-Metzingen zieht dank der besseren Tordifferenz ins Halbfinale ein. Das Rückspiel war ein offener Schlagabtausch: Blomberg führte mit 14:12 zur Pause, Stuttgart drehte auf 23:20, Blomberg glich zum 26:26 aus. Die letzte Sekunde: Siebenmeter für Stuttgart. Anna-Lena Uhl trifft. Ende. Blomberg-Coach Christian Rudolph atmete tief durch: „Wir haben alles gegeben. Aber gegen so eine Wurfstärke kann man nur den Hut ziehen.“

Die halbfinals: favoriten und underdogs

Am 9. Mai treffen in der Arena von Bensheim zunächst HSG Bensheim/Auerbach auf TV Hannover-Badenstedt. Danach HSG Stuttgart-Metzingen gegen Buxtehuder SV. Die Bilanz der Saison: Bensheim war das konstanteste Team, verlor nur vier von 20 Spielen. Hannover war das Comeback-Team: nach Platz fünf in der Vorrunde auf Platz eins in der Meisterrunde. Stuttgart ist die Tormaschine: 322 Treffer in zehn Spielen. Buxtehude die Abwehrfestung: nur 294 Gegentore.

Die Causa Heimvorteil: Bensheim spielt vor eigenem Publikum. Das kann sich auszahlen. Die letzten drei Final4-Turniere gewann immer das Team, das zuhause war. Statistik oder Zufall? Für Trainer Hünerbein ist das egal: „Wir haben in der Halle gespielt, in der wir auch trainieren. Das gibt Selbstvertrauen. Aber am Ende zählt nur, wer die Tore macht.“

Die zahlen, die niemand erwartet hatte

Die HSG Bensheim/Auerbach war in der Meisterrunde Gruppe B nur 240-mal überhaupt hinten. Das ist der beste Defensivwert aller Zeiten in der weiblichen A-Jugend-Bundesliga. Gleichzeitig schoss der TV Hannover-Badenstedt in der entscheidenden Phase der Meisterrunde 33 Tore pro Spiel – mehr als jedes andere Team. Stärke trifft auf Stärke. Das verspricht Spannung.

Und das Prestige: Das Final4 wird live im DHB-YouTube-Kanal übertragen. Zuletzt saßen mehr als 35.000 Zuschauer gleichzeitig vor den Bildschirmen. Ein neuer Rekord. Die Spielerinnen sind 17, 18 Jahre alt. Für viele ist das der erste Schritt in die Bundesliga, vielleicht sogar in die Nationalmannschaft. Der Druck ist enorm. Die Chance auch.

Wer wird deutscher meister 2026?

Bensheim ist Favorit. Hannover hat den Lauf. Stuttgart die Tore. Buxtehude die Erfahrung. Am Ende entscheidet ein einziges Spiel. Kein Rückspiel. Kein Auswärtstor. Nur 60 Minuten. Oder vielleicht auch sieben Meter. Die Uhr tickt. Die Tickets sind restlos ausverkauft. Und irgendwo in der Kabine von Bensheim hängt ein Zettel: „Träume sind dafür da, um wahr zu werden.“ In zwei Wochen wissen wir, wessen Traum sich erfüllt.