Abschied mit offenem visier: saarlouis spielt nur noch um ehre

Am Ende bleibt nur die Würde. Die HG Saarlouis trifft heute Abend auf den MTV Braunschweig, doch der Höhenflug ist längst gestrandet – Hamm blockiert seit Mittwoch die einzige Aufstiegsluke. 4.000 Zuschauer in der Stadtgartenhalle werden trotzdem jubeln, weil fünf Spieler zum letzten Mal im grün-weißen Dress auflaufen.

Daniel schlingmann und vier weitere profis nehmen abschied

Schlingmann, Kunkel, Kockler, Durmishi und Kurotschkin haben die Koffer schon halb gepackt. Die Verabschiedung wird emotional, aber kurz – der Anpfiff um 19 Uhr rückt unerbittlich näher. Gil Kunkel, seit drei Jahren Leistungsträger, sagt knapp: „Wir spielen heute für das Logo auf der Brust, nicht für die Tabelle.“

Laurin karrenbauer kehrt aus mannheim zurück

Laurin karrenbauer kehrt aus mannheim zurück

Während die Tribüne noch die alten Namen skandiert, steht der Nachfolger schon bereit: Laurin Karrenbauer, 21, kommt von den Rhein-Neckar Löwen und soll den Kreislauf im Rückraum neu kalibrieren. Der Jugendnationalspieler unterschrieb bis 2028, sein Vertrag gilt als Ansage für den erneuten Anlauf Richtung 2. Bundesliga.

Parallel dazu rollt ab Sommer der Baukran an: Die Stadtgartenhalle bekommt einen LED-Glassportboden – ein Prestigeobjekt, das deutschlandweit nur fünf Hallen vorweisen können. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro, finanziert über Sponsoren und den saarländischen Sportförderfonds.

Trainer Carsten Diener blickt nüchtern auf die letzten 60 Minuten: „Wir haben die Saison mit 15 Siegen aus 22 Spielen bestritten, das ist schon sportlicher Stolz. Heute geht es darum, dieses Kapitel mit erhobenem Kopf zu schließen.“

Die Fans haben andere Pläne: Kurz vor Spielbeginn kursiert ein Transparent mit der Aufschrift „Nächstes Jahr gibt’s kein Halten mehr“. Die Botschaft ist klar – in Saarlouis glaubt man trotz heutiger Bedeutungslosigkeit fest an den Aufstieg 2027.