Abde rebbach: vom aussortierten leihspieler zum unverzichtbaren bei alavés

Vor exakt einem Jahr schwebte Abde Rebbach in der Luft. Zurück aus Granada, ohne Perspektive, ein Kandidat für die Abstoßliste. Heute? Der hispano-algerische Flügelflitzer ist zum Fixpunkt im Offensivspiel des Deportivo Alavés geworden. Was wie ein Hollywood-Drehbuch klingt, ist harte Realität im baskischen Vitoria.

Coudets notlösung wird zum volltreffer

Die Ausgangslage war brutal. Trainer Eduardo Coudet brauchte Verstärkung für die linke Bahn, bekam aber keinen Neuzugang. Also griff er zurück auf Rebbach. Ein Hail-Mary-Pass, kein Vertrauensvotum. Doch der Canterano fraß sich ins System. Nicht als Liebling, sondern als Kämpfer, der jeden Zweifel mit schweißtreibenden Sprints wegkickte.

Der Wendepunkt kam mit dem Wechsel auf der Trainerbank. Quique Sánchez Flores erkannte das Rohdiamant-Potenzial sofort. Besonders jener Nachmittag in Balaídos, als Rebbach beim historischen 4:3-Comeback gegen Celta Vigo den Siegtreffer ins Netz hämmerte, markierte eine neue Ära. Seitdem läuft der 24-Jährige heißer als die Vitoria-Sommerhitze.

Die zahlen sprechen eine klare sprache

Die zahlen sprechen eine klare sprache

Quiques Fußballphilosophie verlangt reine Außenbahnspieler. Extremisten im positiven Sinn: Typen, die direkt das 1 gegen 1 suchen, die Außenlinie attackieren und mit präzisen Flanken die Stürmer füttern. Genau dieses Profil verkörpert Rebbach perfekt. In den letzten neun Spieltagen netzte er einmal ein und legte vier Treffer vor – eine Bilanz, die ihn in die Vorkader Algeriens für die WM katapultierte. Das definitive Ausscheiden aus dem Endkader tat der Entwicklung jedoch keinen Abbruch.

Der Klub sucht aktuell zwei neue Flügelstürmer, doch Rebbach und Ángel Pérez genießen einen entscheidenden Vorsprung. Sie sprechen Quiques Sprache fließend, kennen die automatischen Laufwege, verstehen die vertikale Intensität. Während andere noch das Handbuch lesen müssen, agieren sie bereits im Schlaf.

Dieser Sommer wird anders. Keine Transfergerüchte, keine Unsicherheit, kein Hoffen auf eine Chance. Rebbach hat sich den Stammplatz erkämpft, nicht geschenkt bekommen. Ein Jahr voller Zweifel hat aus ihm einen Mann gemacht, auf den Alavés bauen kann. Das ist keine Momentaufnahme mehr, sondern harte Vertragswirklichkeit.