Djokovic sucht rat bei ex-coach becker vor wimbledon-sieg

Wimbledon erlebte gestern einen spannungsgeladenen Auftakt, doch abseits des Kampfes auf dem Centre Court brodelt eine weitere Geschichte: Novak Djokovic, frisch von seinem knappen Sieg gegen Yibing Wu, gab überraschend Kontakt zu seinem ehemaligen Coach Boris Becker auf.

Ein schatten aus der vergangenheit: beckers rückkehr bleibt aus

Ein schatten aus der vergangenheit: beckers rückkehr bleibt aus

Der Serbe, der sich gegen den Chinesen nach einem verbissenen Kampf mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:4 durchsetzte, räumte ein, kurz vor seiner Anreise nach London eine Nachricht an Becker gesendet zu haben. „Ich habe ihm geschrieben und nach seiner Lage gefragt, ob er reisen kann. Leider ist das nicht möglich“, erklärte Djokovic, dessen Worte eine gewisse Melancholie verrieten. Die Situation ist umso bedauerlicher, da Becker einst eine prägende Figur in Wimbledon war – dreifacher Champion in den Jahren 1985, 1986 und 1989.

Doch Beckers Glanzzeiten sind von einem dunklen Kapitel überschattet. Die achtmonatige Haftstrafe in Großbritannien wegen Finanzdelikten und verschleierter Vermögenswerte hat ihm die Reisefreiheit genommen. Ein bitteres Ironie, bedenkt man, dass er einst seine größten Erfolge auf den heiligen Rasenplatzflächen feierte und dort viele Jahre sein Zuhause hatte. Djokovic’s Anerkennung für Beckers Legendenstatus unterstreicht die Tragweite des Falls.

Die Tatsache, dass Djokovic, ein Spieler von Djokovics Kaliber, sich vor einem Turnier noch nach dem Wohlbefinden seines ehemaligen Trainers erkundigt, zeigt den Respekt, den er Becker entgegenbringt. Es ist ein Zeichen der Verbundenheit, das in der kalten Welt des Profisports selten zu sehen ist. Das Fehlen Beckers wird zweifellos eine Lücke hinterlassen – nicht nur für Djokovic, sondern für das gesamte Turnier.

Für Djokovic geht es nun in die zweite Runde. Wimbledon muss indes weiterhin auf die Anwesenheit einer wahren Tennislegende verzichten. Die Frage, wann und ob Becker jemals wieder Wimbledon besuchen darf, bleibt unbeantwortet. Und die Fans dürfen sich fragen, welche Auswirkungen dieses Fehlen auf die Atmosphäre des Turniers haben wird.