Abbiati packt aus: milan liegt vorn, doch der derby-sieg muss her

Christian Abbiati ballert die Wahrheit in die Zone: Max Allegri liefert mehr, als selbst eine Klub-Legende erwartet hatte – und trotzdem hängt am Sonntag im Giuseppe-Meazza wieder alles am seidenen Faden.

Der zwischenstand: milan ist tabellenzweiter, die titelchance lebt

„Ich hatte mit einem Viertplatztänzer gerechnet, stattdessen steht Milan auf Silber“, sagt der ehemalige Keeper im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. Die Rechnung geht auf, weil Allegri seine Mannschaft auf ein 3-5-2 umgekrempelt hat – ein System, das dem Coach eigentlich nicht im Blut liegt, aber die aktuelle Personaldecke optimal ausnutzt.

Der große Profiteur heißt Rafael Leão. Der Portugiese muss als Doppellehrer lernen, sich in beengte Räume zu quetschen. „Er ist keine Problem- sondern eine Lösungsmaschine“, schwärmt Abbiati. „Klar, er braucht noch ein paar Zentimeter Bewegungsablauf, aber seine Physis und diese explosive ersten fünf Meter – das zieht die Abwehr auseinander.“

Modric als geheimwaffe für die königsklasse

Modric als geheimwaffe für die königsklasse

Ein Name fällt unweigerlich, wenn es um Erfahrung geht: Luka Modric. Der Kroate schweigt viel, wirkt aber im Kraftraum wie ein zusätzlicher Assistent-Coach. „Er erklärt den Jungs, wann Tempo, wann Pausetaste“, sagt Abbiati. „Für die Champions League braucht Milan ihn nächste Saison unbedingt.“

Der Ex-Schlussmann schätzt die Gerüchte um einen möglichen Abgang des Mittelfeldstrategen als „Medienlärm“. Intern herrsche Zuversicht, dass Modric die Option zieht und in Mailand bleibt.

Maignan-debatte und die verlorenen punkte gegen kleinclubs

Maignan-debatte und die verlorenen punkte gegen kleinclubs

Zurück zum Derby-Showdown: Die Wunden des 1-1 gegen Como sind verheilt, doch die Diskussion um Mike Maignans Patzer und die anschließende Blockade durch Valenti schwelt weiter. „Klarer Freistoß, Punkt“, urteilt Abbiati. „In der Box muss der Schlussmann uneingeschränkte Bewegungsfreiheit haben.“

Die Meisterschaft war laut Abbiati trotz der soliden Ausgangsposition nie das primäre Saisonziel. „Wir hätten vier Punkte mehr gegen Cremonese, Pisa, Sassuolo und Genua brauchen, um jetzt mit Inter gleichauf zu liegen“, rechnet er vor. „Aber die Champions-League-Quali war von Anfang angeschrieben. Alles andere ist Sahnehäubchen.“

Der countdown läuft: san siro wird abgerissen

Der countdown läuft: san siro wird abgerissen

Mit jedem Derby wächst die Nostalgie. Nach dem Rückrunden-Kracher wird die alte Dame an der Via Piccolomini abgerissen, Neubau geplant. „Wenn mich jemand nach dem schönsten Stadion fragt, fällt die Antwort immer noch San Siro“, seufzt Abbiati. „101 von 100 Punkten Nostalgie. Ein Abriss ist ein Schnitt durch die Seele, aber die Zeiten von Renovierungen à la Bernabeu sind vorbei.“

Er selbst wird am Sonntag das Stadion betreten – mit seiner Tochter, zum dritten Mal diese Saison. „Wir brauchen den Sieg, nicht nur für die Tabelle, sondern für das Selbstvertrauen. Ein Sieg bedeutet -4, das ist noch drin“, sagt er ruhig, aber bestimmt.

Fazit: milan ist heiß, der trainer liefert – jetzt muss der platz sprechen

Fazit: milan ist heiß, der trainer liefert – jetzt muss der platz sprechen

Die Zahlen sind klar: 19 Derby-Einsätze hat Abbiati auf dem Buckel, Milan holte in den letzten fünf Duellen nur einen Sieg. „Das muss sich ändern“, fordert er. „Allegri hat die Mannschaft auf Kurs gebracht, die Gruppe funktioniert. Jetzt brauchen wir 90 Minuten Glanz und diesen einen entscheidenden Moment – vielleicht genau den, den Leão mit seiner Geschwindigkeit erzwingt.“

Der Countdown läuft, die Curva Sud probt bereits den Choreo-GAU. Für Abbiati steht fest: „Wenn die Sirene ertönt, ist alles egal – nur das Ergebnis zählt.“