Aachen schlägt cottbus 4:1 und wirft energie aus dem tritt
Am Freitagabend schlug Alemannia Aachen der Energie Cottbus eine 4:1-Blamage um die Ohren. 24.000 Zuschauer im Tivoli sahen, wie der Tabellenzweite nach der Pause auseinanderbrach und die Alemannia plötzlich wieder von der Spitze träumen darf.
Ademi sticht, cottbus stolpert
Faton Ademi war es, der die 54. Minute einweihte. Ein Eckstoß, eine unbedrängte Kopfballchance, ein links unten versenkter Ball – 1:0. Die Energie-Abwehr hatte den 1,78-Meter-Mann komplett verloren. Was folgte, war kein taktischer Rückschlag mehr, sondern ein kollektiver Blackout. Mika Schroers erhöhte acht Minuten später nach einer sehenswerten Kombination, Marius Wegmann köpfte den Deckel drauf, Jonas Oehmichen stocherte den Scherbenhaufen in der Nachspielzeit nochmal durch.
Die 84.-Minute, in der Merveille Biankadi verkürzte, war nur ein Strohfeuer. Cottbus’ Coach Claus-Dieter Wollitz sprach nachher von „kleinen individuellen Fehlern“. Das klang bescheiden, war aber eine gehörige Verharmlosung. Die Lausitzer hatten 53 Punkte vor dem Spieltag, nun stehen sie mit leeren Händen da und müssen bangen, ob der MSV Duisburg sie noch vom zweiten Rang pustet.

Selimbegovic setzt auf mut statt mauer
Mersad Selimbegovic hatte seine Mannschaft auf Laufarbeit und zweite Bälle geschult. Der Rasen war ein Matschfeld, Technik ging verloren, aber Körpereinsatz zahlte sich aus. Pierre Nadjombe vergab zweimal hochkarätig in Halbzeit eins, doch die Moral stimmte. Die Alemannia spielte, als wäre die Tabelle ein irrelevanter Zettel. Mit 41 Punkten springt Aachen auf Rang zehn – keine Play-off-Zone, aber plötzlich ist die Luft rein.
Die Fans sangen bis in die Nacht hinein „Alemannia, wir steigen auf!“ – ein Späßchen, das vor Wochen noch wie Hohn klang. Nun klingt es nach einer Option. Am Samstag geht’s nach Ingolstadt, dann zeigt sich, ob dieser Abend nur ein einmaliger Glücksflash war oder der Startschuss für den großen Angriff auf die obere Tabellenhälfte.
