3. Liga-rechte: dfb verschiebt vergabe – sky-übernahme blockiert?
Ein brisantes Gerücht kursiert im deutschen Fußballgeschäft: Die Vergabe der TV-Rechte für die 3. Liga, eigentlich für den Zeitraum ab der Saison 2027/28 geplant, verzögert sich. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Ausschreibung eigentlich für Mai ansetzen wollen, doch interne Gespräche mit potenziellen TV-Sendern haben diesen Zeitplan zunichte gemacht.
Rtl-deals und sky-unsicherheiten
Wie Sport BILD exklusiv berichtet, soll die offizielle Ankündigung nun im Laufe des Aprils erfolgen, die Rechtevergabe wird auf September verschoben. Der Grund: Die komplizierte Übernahme von Sky durch RTL. Die RTL-Group hofft auf eine Genehmigung durch die Kartellbehörden bis Ende des zweiten Quartals. Da sowohl Sky als auch RTL+ ein starkes Interesse an der 3. Liga bekunden, ist es für RTL unerlässlich, Klarheit über die eigenen Möglichkeiten zu gewinnen – welche Plattform letztendlich genutzt werden kann und wie das Angebot aussehen wird.
Doch damit nicht genug. Die Telekom mit ihrem Angebot MagentaSport und die ARD mit ihren Dritten Programmen werden weiterhin die größten Konkurrenten im Bieterkampf sein. Die Telekom kassiert aktuell 26,2 Millionen Euro TV-Geld aus der 3. Liga und verkauft eine Sublizenz an die ARD für rund fünf Millionen Euro pro Saison, wodurch der Senderverbund 68 Partien jährlich zeigen kann.

Drei szenarien für die rechtepakete
Für die neue Ausschreibung, die erneut über vier Jahre laufen soll, plant der DFB mit verschiedenen Szenarien. Ein Paket umfasst alle 380 Spiele, parallel werden 38 Spiele für das Free-TV ausgeschrieben. Alternativ könnte es ein Free-TV-Paket mit 68 Spielen und ein Pay-TV-Paket mit 380 Spielen geben, wobei 312 exklusiv im Bezahlfernsehen laufen. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufteilung in ein großes (228 Spiele) und ein kleineres Paket (152 Spiele), was potenziell zwei Pay-TV-Anbieter interessieren könnte – 38 Spiele müssten dann frei empfangbar sein.
Der DFB versucht damit, dem Pay-TV-Markt ein attraktives Angebot zu unterbreiten und Plattformen wie DAZN, Sky und RTL+ auf sich aufmerksam zu machen. Parallel dazu sollte eigentlich auch die TV-Vermarktung der Frauen-Bundesliga an den Start gehen, doch die kürzliche Gründung des Ligaverbandes FBL e. V. außerhalb des DFB hat diesen Prozess ins Stocken geraten. Die FBL verfügt derzeit noch nicht über eine eigene Abteilung für die Medienrechte-Vermarktung.
Die Verschiebung der Rechtevergabe wirft Fragen auf und deutet auf einen komplexen Verhandlungsmarathon hin. Ob der DFB seine Ziele erreicht und eine lukrative Einigung erzielen kann, bleibt abzuwarten. Die Fans der 3. Liga müssen sich also noch etwas gedulden, bis Klarheit über die Zukunft der TV-Übertragungen herrscht.
