19-Jährige martin holt zweiten hallen-dm-titel über 400 meter
Dortmund hat gesprochen. Am dritten und letzten Tag der Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften lieferte die Westfalenhalle Szenen, die man so schnell nicht vergisst – und mittendrin: Johanna Martin, 19 Jahre alt, zum zweiten Mal in Folge Deutsche Hallenmeisterin über 400 Meter. In 52,09 Sekunden ließ sie Skadi Schier auf den letzten Metern stehen. Schier lief mit 52,26 Sekunden zwar eine persönliche Bestleistung – und verlor trotzdem. So läuft das, wenn man gegen Martin antritt.
Martin hatte das rennen schon im vorlauf gewonnen
Was kaum jemand richtig einordnet: Im Vorlauf war Martin bereits in 51,92 Sekunden erstmals unter der magischen 52-Sekunden-Marke geblieben. Das Finale war für sie also fast schon Formsache – und trotzdem brauchte sie jeden Meter der Zielgeraden, um Schier abzuschütteln. Genau das macht dieses Talent so interessant. Sie kämpft, auch wenn sie eigentlich schon gewonnen hat.

Kolberg und probst dominieren die mittelstrecke
Über 1500 Meter der Frauen war Maitje Kolberg in einem der emotionalsten Momente dieser Meisterschaften schlicht eine andere Kategorie. 4:20,47 Minuten, Platz eins, Standing Ovations. Das erwartete Duell mit Nele Weßel blieb aus – sie hatte nach ihrem Titel über 3000 Meter ihr zweites Rennen abgesagt. Bitter für die Fans, aber Kolberg brauchte die Rivalin ohnehin nicht, um zu glänzen. Adia Budde holte mit 4:21,01 Minuten noch Silber, Vera Coutellier Bronze in 4:21,87.
Bei den Männern lief Marius Probst das Rennen so, wie er es immer tut: von vorne, kompromisslos, ohne Diskussion. Der 30-Jährige sicherte sich in 3:38,90 Minuten seinen achten Hallenmeistertitel – davon zum sechsten Mal über 1500 Meter. Karl Bebendorf dagegen verschwand als Fünfter in der Bedeutungslosigkeit. Auf dem Podium landeten stattdessen Tobias Tent (3:40,69) und Marvin Heinrich (3:41,96).

Osazee macht aus einem sprung ein statement
Und dann war da noch Peter Osazee. Ebenfalls 19 Jahre alt, ebenfalls mit einer Reife, die man in diesem Alter selten sieht. Im Dreisprung der Männer entschied er den Wettkampf mit seinem allerersten Versuch: 15,80 Meter – 35 Zentimeter über seiner bisherigen Bestleistung. Was folgte, war Theater im besten Sinne: Seinen letzten Sprung brach er ab, machte stattdessen eine Rolle vorwärts in der Sandgrube. Weil er wusste, dass es längst vorbei war. Mohammed Amin Alsalami kam mit 15,78 Metern noch am nächsten heran, Maximilian Skarke holte Bronze mit 15,66 Metern.
Dortmund 2026 wird als Meisterschaft der Talente in Erinnerung bleiben. Martin, Osazee – zwei 19-Jährige, die den deutschen Hallensport gerade neu schreiben. Die Konkurrenz hat noch Zeit, sich etwas einfallen zu lassen. Viel Zeit bleibt ihr nicht.
