16-Jähriger laurin becker fordert die bundeseliten in pfungstadt heraus

Am Freitag hängt Laurin Becker in der heimischen Wand – und die ganze Boulder-Szene schaut hin. Der 16-jährige Pfungstädter debütiert bei der Deutschen Meisterschaft in der Halle, in der er einst seine ersten Griffe fand.

Heimvorteil statt druck

„Ich kenne jede Kante und jeden Überhang“, sagt er knapp, während er seine Magnesiatasche zuknotet. Andere Finalaspiranten reisen mit Karten und Videoanalysen an – er muss nur um die Ecke biegen. Die DAV-Sektion Darmstadt-Starkenburg schickt ihren jüngsten Hoffnungsträger direkt ins Männerfeld, nachdem er in der U17 bereits Gold holte.

Die Wettkäufe beginnen Freitag um 15 Uhr mit der Qualifikation. Samstag ab 19 Uhr überträgt der hr live – ein Novum für die Sportart, die sonst nur in Szene-Kanälen glimmt. Kommentator Sebastian Rieth verspricht: „Wenn Laurin ins Finale klettert, explodiert die Halle.“

Finger statt nerven

Finger statt nerven

Kein Seil, dafür 4,5 Meter Fallhöhe und Probleme, die selbst Routenbauer ins Schwitzen bringen. Wer in der vorgegebenen Zeit die meisten „Tops“ holt, gewinnt. Becker flüstert: „Druck spüre ich nur in den Fingern.“ Seine Mutter steht an der Absprungmatte, mit Proviant und Pflaster – und mit einem Transpi-Schild: „Laurin, geh auf die Dächer!“

Die Bilanz des Jahres: fünf Jugendcups, zwei Podeste, ein EM-Ticket. Die Erwachsenen-Konkurrenz liest diese Zahlen mit gemischten Gefühlen. Nationalteamkraft Yannick Nagel lacht trocken: „Wenn der Kleine uns hier schlägt, ist das kein Schock mehr – dann ist es eine Ansage.“

Die Uhr tickt. In 48 Stunden weiß man, ob ein Gymnasial-Schüler aus dem Kreis Darmstadt die großen Namen der Szene aushebelt. Für Becker selbst steht fest: „Ich will nur mein Bestes geben.“ Die Halle wird ihn dabei hören – und wahrscheinlich auch fühlen.