Spionage-skandal bei den leichtathleten: präsident mei reagiert stutzig
Rom – Ein erneuter Spionagevorfall erschüttert den italienischen Leichtathletikverband (Fidal). Nachdem bereits der Fall um den Bruder des Olympiasiegers Marcell Jacobs für Aufsehen sorgte, wurde nun in den Büros des Generalsekretärs Alessandro Londi eine Wanze entdeckt. Verbandspräsident Stefano Mei zeigt sich überrascht und spricht von einer Situation, die ihn „zum Lächeln“ bringe.
Die entdeckung der wanze: ein kurioser vorfall
Der Fund der Wanze, die offenbar ungeschickt platziert worden war, erfolgte am 9. April. Mei, gerade von einem Besuch beim Papst zurückgekehrt, bemerkte eine Polizeipatrille im Fidal-Hauptquartier in Rom. „Ich habe mir keine großen Gedanken gemacht. Ich bin 35 Jahre bei der Polizei, da lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen“, so Mei. Es stellte sich heraus, dass ein Mitarbeiter die Behörden alarmiert hatte. Besonders merkwürdig sei, dass er als gesetzlicher Vertreter des Verbands eigentlich selbst Anzeige hätte erstatten müssen, was jedoch nicht geschehen war.
„Wir werden in den nächsten Tagen unsere Anwälte kontaktieren und in der kommenden Woche bin ich wieder in Rom, um zu entscheiden, wie wir weiter vorgehen“, erklärte Mei. „Wenn tatsächlich etwas vorgefallen ist, werden die Verantwortlichen gefunden werden.“

Zweifel an internen ursachen und spannungen im verband
Der erneute Vorfall wirft Fragen auf. Ein zweiter Spionagefall innerhalb von nur über einem Jahr ist ungewöhnlich. Mei betonte jedoch, dass er sich „absolut ruhig“ fühle und kategorisch ausschließe, dass die Aktion von innerhalb des Verbands stamme. „Es bringt mich zum Lächeln“, wiederholte er, wobei er auf seine Erfahrung bei der Polizei verwies und betonte, dass er sich mit den Methoden der Überwachung bestens auskenne. „Die Art und Weise, wie es geschehen ist, lässt mich eher ratlos zurück.“
Es kursierten Gerüchte über Spannungen zwischen Mei und Londi, die jedoch von einer grundsätzlichen Überprüfung der Rolle des Generalsekretärs herrührten. Dieser Prozess läuft bereits seit über zwei Monaten. Bei einer kürzlich abgehaltenen virtuellen Sitzung des Bundesrates wurde das Thema nicht behandelt; stattdessen konzentrierte man sich auf andere dringende Angelegenheiten, wie zum Beispiel ein Projekt von Sport e Salute.
Die Frage, ob weitere Wanzen im Verband verborgen sind, bleibt offen. Eine gründliche Untersuchung steht noch aus, „da es sich um einen sehr aktuellen Fall handelt. Aber sie wird stattfinden.“
Der Vorfall unterstreicht die Brisanz im italienischen Leichtathletikverband und wirft ein Schlaglicht auf die internen Machtkämpfe und möglicherweise auch auf die Atmosphäre der Misstrauens.
