Sperrstunde bis 2027: rumäne greift schiri an – sassuolo sofort dabei
Troy Tomsa darf bis zum 31. Dezember 2026 kein Pflichtspiel mehr bestreiten. Der 18-jährige Mittelfeldspieler des Sassuolo Primavera-Teams legte sich am 29. Spieltag gegen Napoli mit einer Attacke auf Schiedsrichter Mattia Maresca an – und kassierte die längste Sperre der laufenden Saison.
Die Szene: 63. Minute, Spielstand 2:5 für Napoli. Maresca zieht Rot für Tomsa wegen Meckerns. Statt runterzugehen, rennt der Rumäne zurück, packt den Unparteiischen am Trikot, schubst ihn und flucht ihn in zwei Sprachen an. Erst eingreifende Mitspieler beenden die Eskalation.

Was im protokoll steht – und was maresca sofort wusste
„Gravissime minacce e ingiurie“ lautet der offizielle Wortlaut. Maresca, Bruder von Lazio-Profi Fabio, notierte „körperlichen Kontakt mit Trotzreaktion“. Kurz darauf sprach der Klub: „Inakzeptabel, konträr zu jeder Fairness.“ Sassuolo leitete ein internes Disziplinarverfahren ein, das Tomsa sofort vom Mannschaftstraining ausschließt.
Die Zahlen sind hart: 290 Tage Sperre, vierte Gelb-Rot-Sanktion wegen unsportlichen Verhaltens, 1.500 Euro Geldstrafe. Für einen U-19-Spieler ein Karriere-Knackpunkt, der sich in keiner Excel-Tabelle versteckt.
Scouts, die Tomsa zuletzt wegen seiner Passrate von 92 % und 31 Ballgewinnen pro 90 Minuten beobachteten, dürften die Akten jetzt schließen. Sassuolo verhandelt bereits mit der Spielergewerkschaft AIC über eine außerordentliche Vertragskündigung. Die Klausel „Verhalten, das den Klub beschädigt“ steht auf Seite 14, Absatz 3.
Italien diskutiert wieder über Schutz der Unparteiischen. In der laufenden Saison verzeichnet die AIA bereits 23 physische Übergriffe auf Amateurebene. Nach dem Stichwort „Maresca“ hagelt es auf Twitter Sätze wie „Nächstes Mal Pfefferspray?“ – ein Shitstorm, der Referees bundesweit nervöser macht als jede Gelbe.
Für Tomsa bleibt nur ein Appell bis Freitag, 18 Uhr. Die Beweis-CD liegt bereits beim Kassationsgericht. Sollte er scheitern, wird der Kalender 2027 vor seinem ersten Pflichtspiel nicht mehr umblättern. Dann war ein Schubser mehr als ein Schubser – er war ein Karriere-Selbstmord.
