Späth und ludwig brennen durch: dhb-tor ohne wolff funktioniert
Andreas Wolff fehlte, aber das deutsche Tor stand. David Späth und Lasse Ludwig lieferten gegen Ägypten eine Antwort auf die 34:33-Frage: Geht das auch ohne den Weltklasse-Keeper? Ja, mit zwei Kids, die sich gegenseitig anfeuern wie auf dem Schulhof.
Späth: „wir sind kein ersatz, wir sind ein team“
Der Rhein-Neckar-Löwe spricht schnell, fast schon verschwenderisch. Er hat keine Lust auf Nummer-Spiele. „Ich war nie die Zwei“, sagt er und meint: Bei ihm zählt nur der Moment, nicht die Hierarchie. Gegen Ägypten hielt er sieben Bälle, Ludwig kam auf fünf. Zwölf Sekunden nach dem Anwurf krallte Ludwig seinen ersten Siebenmeter – Traumstart aus dem Nichts.
Die U21-WM von 2023 flackert auf. Damals standen sie gemeinsam zwischen den Pfosten, jetzt wieder. „Flashbacks“, sagt Späth und lacht, als hätte jemand das alte Video hochgedreht. Nur dass dieses Mal die Kameraeinstellung größer ist: Erwachsenenhöhe, Olympiastadion, 13 000 Zuschauer.

Der mai steht vor der tür – und mit ihm die kaderfrage
Alfred Gislason schaut nicht auf Geburtstage, er schaut auf Paraden. Späth weiß das. „Zwei, drei Schritte nach voren“, sagt er und meint nicht nur sich, sondern auch Ludwig. Die Heim-WM 2025 rückt näher, die Tickets sind noch im Drucker, aber die Namen beginnen sich zu sortieren.
Wolff wird zurückkommen, das ist klar. Doch der Mythos vom unantastbaren Platz eins beginnt zu bröckeln. Tiefrot leuchtet die Statistik: In beiden Testspielen kassierte Deutschland nur 59 Tore – so wenig wie zuletzt vor drei Jahren.
Späth will keine Versprechen, nur Feste: „Es wird ein cooles Fest.“ Dann verlässt er die Mixed-Zone mit dem Geräusch von Joggingschuhen, die keinen Unterschied machen zwischen Innenkreis und Außenwelt. Wer zuhört, kann noch das leise Klackern hören – das ist der Sound des nächsten Anwurfs, irgendwann im Mai, irgendwo in Deutschland, mit oder ohne Wolff.
