Spanien vor wm: verletzungsgefahr oder goldgräberchance?

Madrid – Die spanische Nationalmannschaft trifft sich heute in Las Rozas, doch der Kader ist alles andere als komplett. Die Finalisten aus Arsenal und Paris Saint-Germain fehlen, was Trainer Luis de la Fuente vor eine heikle Situation stellt. Doch es scheint, als ob ein ähnliches Szenario wie 2010 sich wiederholt, mit potenziell überraschenden Wendungen für die kommenden WM-Qualifikationsspiele.

Die yamal-, williams- und merino-strategie: eine wette auf die zukunft

Die yamal-, williams- und merino-strategie: eine wette auf die zukunft

Lamine Yamal, Nico Williams und Mikel Merino stoßen erst spät zum Kader, nachdem sie wochen-, im Fall von Arsenal sogar monatelang pausiert haben. Diese verspätete Anreise erinnert an die Situation vor der WM 2010, als Torres, Cesc Fábregas und Iniesta alles andere als bei Höchstform waren. Der damalige Teamarzt Juan José Cota blickt zurück: „Fábregas war der, der uns am wenigsten Sorgen bereitete, obwohl er sich Anfang April einen Trümmerbruch im Sprungbein zugezogen hatte. Da gab es keine Zweifel.“

Die Geschichte von Fábregas ist ein Lehrstück. Er kam zwar mit einer Verletzung, aber die Physiotherapeuten, allen voran Raúl Martínez, leisteten Großartiges, um ihn aufzubauen. „Andrés hatte ein kompliziertes Jahr mit vielen Muskelproblemen. Im Vorjahr konnte er nicht zur Konföderationen-Pokal teilnehmen, weil er sich eine Riss im geraden Bauchmuskel im rechten Bein zugezogen hatte. Kurz vor der WM gab es einen Warnhinweis und er war etwas hinken. Aber er war einer, der unbedingt dabei sein musste – und Gott sei Dank haben wir ihn dabei gehabt“, erinnert sich Cota.

Bei Torres war die Situation noch kritischer. Nach zwei Knieoperationen, die letzte nur Tage vor dem Turnier, war er derjenige, bei dem die größten Zweifel herrschten. „Fernando arbeitete wie ein Tier in Vigo, um sich zu erholen. Da stand der Kopf gegen das Herz, als Del Bosque mich um meine Meinung fragte. Mein Herz sagte mir, ich müsse seine harte Arbeit belohnen.“

Die Situation zeigt, dass die drei spät anreisenden Spieler ebenfalls von einer sorgfältigen Betreuung und einem gezielten Trainingsplan profitieren könnten. Es ist eine Wette auf das Potenzial, das in ihnen schlummert – eine Wette, die sich, wie 2010, auszahlen könnte. Die Frage ist: Werden die Physiotherapeuten erneut eine Meisterleistung vollbringen und die Spieler in Topform bringen, oder wird die verspätete Anreise einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungen der Nationalmannschaft haben?

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Strategie aufgeht und ob die jungen Spieler den Erwartungen gerecht werden können. Denn eines ist klar: Spanien braucht ihre Besten, um im Kampf um die WM-Tickets erfolgreich zu sein.