Spanien verteilt sportförderung: winterspiele dominieren, pádel bleibt zurück
Madrid hat die Karten neu gemischt: Über 150 Millionen Euro fließen in spanische Sportverbände, doch die Verteilung wirft Fragen auf. Während die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina die Gelder maßgeblich beeinflusst hat, bleiben andere Disziplinen im Dunkeln.
Winterboom und die überraschung im pentathlon
Das Vorab-Olympiafieber ist unübersehbar. Der spanische Verband für Wintersport (RFEDI) erhält mit 4,6 Millionen Euro die größte Einzelspende, gefolgt vom Eis-Sportverband (RFEDH) mit fast 3 Millionen. Diese Summen bedeuten eine großzügige Förderung pro Athlet – 1.254,25 Euro bzw. 1.273 Euro pro Lizenznehmer. Doch die eigentliche Überraschung liegt im Modernen Fünfkampf. Mit nur 794.000 Euro mag die Summe gering erscheinen, doch aufgrund der geringen Anzahl an Athleten (weniger als 600) kommt jeder Pentathlet auf stolze 1.337 Euro Fördergelder – mehr als die meisten anderen Sportarten.
Die Konsequenz? Ein krasser Gegensatz zu Sportarten, die ebenfalls hohe Erfolge erzielt haben, wie beispielsweise der Bergsteigeverband (Fedme). Nach drei Medaillen – darunter ein Gold durch Oriol Cardona – bei den Olympischen Winterspielen, erhielt die Fedme lediglich neun Euro pro Athlet. Ein Wert, der für viele Beobachter kaum nachvollziehbar ist, besonders angesichts der über 287.000 Lizenzen, die vor allem durch die Beliebtheit von Wandern und Klettern zustande kommen.

Fußball und schwimmen an der spitze, pádel am tiefpunkt
Während die Sportarten mit olympischer Tradition weiterhin die Gelder einsacken, gibt es auch Gewinner außerhalb des großen Rampenlichts. Der Fußball thront mit 9,4 Millionen Euro an zweiter Stelle, knapp vor der Schwimmmagie mit 9,5 Millionen Euro. Doch die Verteilung pro Athlet ist hier deutlich geringer, da die hohe Anzahl von Lizenznehmern die Summe aufteilt. Der Basketball, ein weiterer Publikumsliebling, setzt seinen Aufwärtstrend fort und sichert sich den dritten Platz mit 8,1 Millionen Euro, was einer Förderung von 18,4 Euro pro Spieler entspricht.
Doch der Blick auf den Tabellenkeller ist enttäuschend. Der spanische Pádel-Verband (FEP) erhält mit 348.000 Euro die geringste Förderung, was einem lächerlichen Betrag von nur 3,2 Euro pro Spieler entspricht. Ein Wert, der selbst Sportarten wie Petanque und Billard unterbietet, obwohl Pádel mittlerweile über 100.000 lizenzierte Spieler zählt – deutlich mehr als die 18.000 Petanque- oder die 3.000 Billard-Spieler.
Die Regierung setzt zwar auf Pádel, doch die fehlende olympische Anerkennung scheint der Disziplin ein schweres Los zu sein. Das Missverhältnis ist eklatant: Während der Fußball mit Millionen sprüht, kämpft Pádel um jeden Cent. Ob sich diese Situation in Zukunft ändern wird, bleibt abzuwarten, denn die Pádel-Szene drängt seit Jahren auf eine Aufnahme in das olympische Programm und plant bereits einen Auftritt bei den Spielen in Istanbul 2027.
