Spanien verpflichtet padel-legende navarro als teamchefin
Spanien setzt nach dem überraschenden Abgang von Iciar Montes auf eine Ikone: Carolina Navarro, 50, übernimmt mit sofortiger Wirkung die Damen-Nationalmannschaft. Die Nachricht bestätigte die Real Federación Española de Pádel am Freitagmorgen – und löste im Königreich prompt Jubel aus.
Navarro tritt das erbe von montes an
Das Duo kennt sich gut. Beide teilen die gleiche Spielphilosophie, dieselbe obsessiv-disziplinierte Arbeitsweise und den Hunger auf Titel. Montes hinterlässt einen glänzenden Kader: acht Goldmedaillen in vier WM- und vier EM-Finalteilnahmen seit 2018. Jetzt liegt der Staffelstab bei Navarro – und die Latte liegt noch höher.
Die Zahlen sind brutal: Spanien blieb in WM-Endrunden seit 2008 ungeschlagen, nur 2012 verpasste man das Turnier. Im November in Doha geht es um den zehnten Titel in Serie. Navarro muss liefern, sonst wird die Erinnerung an „La Armada Invencible“ schnell fade.

Vom center-court an die seitenlinie
Noch vor wenigen Monaten fegte Navarro in Acapulco 2025 über den Platz, schmetterte Bandejas und verkürzte mit 50 Jahren keine Schritt. Ihre Karriere ist eine Ansammlung von Superlativen: 26 Weltmeistertitel, ein Ausflug als Schwedin bei der WM 2003 dank Doppelpass, und ein Ruf, der selbst argentinische Profis ehrfürchtig verstummen lässt.
Jetzt sitzt sie auf der Bank, Mikro statt Schläger, Blick statt Slice. Die Umstellung wird rau. „Ich habe nie Trainer gespielt, ich war Spielerin“, sagte sie einst. Versteckte Botschaft: keine Show, nur Arbeit.

Das generations-karussell dreht sich
Hinter den Kulissen brodelt es. Andrea Ustero, 19, Alejandra Alonso, 21, und Martina Calvo, 20, pochen lautstark auf Einsatzzeiten. Gleichzeitig bereitet sich Alejandra Salazar, 37, auf ihren letzten Tanz vor. Navarro muss aus Balance Mut machen: Altstar integrieren, Jungspund fördern, Konkurrenz schüren.
Die erste Bewährungsprobe steigt bereits im September beim European Padel Cup in Malmö. Dann zeigt sich, ob Navarro nur ein Gesicht wechselt oder ob sie Spanien tatsächlich in die nächste Dekade führt.
Die Uhr tickt. Qatar rückt näher. Und die Welt schaut gen Iberien – mit dem Wissen, dass eine Legende jetzt das Ruder übernimmt, bevor das Boot ins Wanken gerät.
