Spanien stolpert: salgado sieht dringenden handlungsbedarf im angriff
Die spanische Nationalmannschaft hat beim WM-Debüt 2026 gegen Kap Verde zwar einen Punkt geholt, doch die Leistung hat für Kopfschütteln gesorgt. Ex-Nationalspieler Míchel Salgado, der das Spiel als Experte für Betfair verfolgte, sieht vor allem im Angriff deutlichen Verbesserungsbedarf. Ein Remis, das alles andere als ein glanzvoller Auftakt war – zumindest aus spanischer Sicht.

Die fehlende frische im sturm
Salgado betonte, dass ihm vor allem die fehlende „Frische“ im Angriffbereich auffiel. „Es war eine Enttäuschung, da wir gegen Kap Verde mehr erwartet hatten. Uns hat es an der nötigen Durchschlagskraft im gegnerischen Strafraum gefehlt“, so der ehemalige Rechtsverteidiger. Der Fokus liege klar auf der Offensive, denn Spanien sei, wie bereits bei der Europameisterschaft, stark auf die Schnelligkeit seiner Flügelspieler angewiesen. Das Fehlen von Nico Williams und Lamine Yamal wirkte sich spürbar aus.
Die Flügelzange als Schlüssel zum Erfolg
„Es ist offensichtlich geworden, wie abhängig wir von unseren Außenverteidigern sind, die bei der EM bereits den Unterschied gemacht haben“, erklärte Salgado. Für das kommende Spiel gegen Saudi-Arabien fordert er von Trainer Luis de la Fuente eine Lösung, um die Schnelligkeit im Ballbesitz zu erhöhen, insbesondere jedoch die Geschwindigkeit im Angriffspiel. Seine klare Empfehlung: Lamine Yamal muss in der Startelf stehen. „Mit Lamine birgt der Einsatz weniger Risiko. Er zieht die Verteidigung auseinander und schafft Räume für andere Spieler.“
Die Entscheidung für Yamal könnte das Spiel der spanischen Nationalmannschaft grundlegend verändern. Nicht nur sein Dribblingtalent ist beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass seine Anwesenheit die Gegner dazu zwingt, mehr Mann auf ihn zu stellen, was wiederum anderen Spielern mehr Freiheiten verschafft. Alternativen wie Baena oder Víctor Muñoz stehen zwar zur Verfügung, doch Salgado sieht in Yamal die idealere Lösung.
Gavi nicht als alleiniger Sündenbock
Die Kritik an Gavi nach dem Spiel, der im Aufgebot stand, hält Salgado für überzogen. Er sieht ihn nicht als alleinigen Schuldigen für die offensive Schwäche der Mannschaft. „Gavi kann nicht für das schlechte Abschneiden der gesamten Mannschaft verantwortlich gemacht werden. Das Problem liegt darin, dass wir es schwer haben, gefährliche Torchancen zu kreieren.“ Ein Blick auf die Statistiken bestätigt dies: Oyarzabal, der im spanischen Team spielte, berührte den Ball am wenigsten.
Um die fehlende Breite und Durchschlagskraft wiederherzustellen, muss de la Fuente personelle Veränderungen vornehmen. Salgado glaubt, dass Gavi, der eher ein Innenraumspieler ist, aus diesem Grund aus der Startelf rotieren könnte, obwohl er nicht als das Hauptproblem angesehen wird. Stattdessen sollte mehr Wert auf Außenläufe gelegt werden.
Cucurellas Wechsel zum Real Madrid – ein Glücksfall?
Der Wechsel von Marc Cucurella zum Real Madrid am selben Tag des Debüts wurde von Salgado positiv aufgenommen. Er glaubt, dass der Transfer für den Spieler eine motivierende Wirkung hat und nicht zu Nervosität führt. „Ein Wechsel zum Real Madrid ist der beste Moment im Leben eines Spielers. Es bedeutet Freude und keine Anspannung.“ Er betont außerdem, dass der Verpflichtung von Cucurella für den Real Madrid sinnvoll ist, da er einer der aktuell angesagtesten Linksverteidiger der Welt ist und bereits Erfahrung in der Champions League sammeln konnte. Zudem schätzt Salgado, dass ein stärkerer spanischer Kern im Kader des Real Madrid von Vorteil ist.
Salgado zeigte sich begeistert von der aktuellen Generation spanischer Nationalspieler. „Ich würde viele von ihnen gerne beim Real Madrid sehen!“, scherzte der ehemalige Verteidiger. „In der Nationalmannschaft spielen die besten Spieler der Welt.“
