Spanien startet generalprobe gegen serbien – de la fuente testet vier debütanten

Läuft Spanien mit 24 Stunden Verspätung in die Generalprobe oder mit voller Absicht? Die Antwort liefert das Estadio de la Cerámica am Freitag (21.00 Uhr MEZ), wenn La Roja gegen Serbien antritt – ein Test, der eigentlich nie so geplant war.

Die Finalissima gegen Argentinien in Katar war gebucht, die Tickets verkauft, die Logistik perfekt. Dann knallte es im Nahen Osten, die FIFA zog die Notbremse, und statt Messi wartet nun Veljko Paunovic mit einer Mannschaft, die zuletzt zweimal hintereinander ohne Treffer gegen Spanien blieb. Die Bilanz: 0:3 und 0:0. Kein serbischer Spieler hat seit Oktober 2024 den Weg ins spanische Tor gefunden.

De la fuente wirft vier neue ins kalte wasser

Joan García, Christian Mosquera, Ander Barrenetxea und Víctor Muñoz flogen am Mittwoch noch mit der U21 nach Andalusien, am Donnerstag standen sie plötzlich im absoluten Kader. 27 Namen hat der seleccionador auf die Liste gesetzt, am Ende müssen drei wieder abfallen. „Wir wollen sehen, wer den Mund vor dem Mikrofon der Weltöffentlichkeit nicht voll nimmt“, sagte De la Fuente im Trainingslager von Las Rozas. Der Coach redet nicht von Versuchen, er redet von Entscheidungen.

Die Innenverteidigung ist offen. Nach der Verletzung von Aymeric Laporte ist der Platz neben Robin Le Normand ein Baukasten mit 500 Teilen. Pau Cubarsi, David García und der 19-jährige Mosquera liefern sich ein Sprintrennen über 90 Minuten. Davor wartet Pedri auf den Freiraum, den Gavi ihm früher erzwungen hat – nun soll Barrenetxea den linken Flügel entzaubern.

Serbien reist mit dem selbstbewusstsein eines außenseiters

Serbien reist mit dem selbstbewusstsein eines außenseiters

Paunovic hat die Videobänder der letzten Duelle versenkt. „Wir spielen nicht gegen die Vergangenheit, wir spielen gegen ein System“, sagt der Coach, der in Villarreal einst selbst das Trikot der Gelb-Submarinos trug. Sein Fokus liegt auf Sergej Milinkovic-Savic, der in Riad die Spielmacher-Rolle perfektioniert hat, und auf Dusan Vlahovic, der nach 14 Toren in 19 Serie-A-Spielen die Form seines Lebens mit in den Koffer packt. Die Serben wissen: Ein Sieg hier würde in Belgrad Tausende Straßenschilder sprengen.

Für Spanien geht es um mehr als Statistik. Die FIFA-Fenster werden knapper, die Konkurrenz wächst. Jude Bellingham in England, Jamal Musiala in Deutschland – die Rivalen haben keine Pause gedrückt. De la Fuente muss also nicht nur testen, er muss auch gewinnen. Die Analyse-Abteilung hat ihm eine Heat-Map auf den Schreibtisch gelegt: Serbiens rechte Seite ist anfällig, wenn der Linksaußen nicht zurückfällt. Genau diese Lücke will Barrenetxea mit Pedri und Williams ausleuchten.

Die Uhr tickt. In 72 Tagen fliegt die Mannschaft nach New York, in 96 Tagen steht das Eröffnungsspiel in Atlanta an. Wer heute nicht auffällt, fliegt im Sommer nach Hause. Die Spanische Fußball-Föderation hat intern klare Vorgaben: Jeder Spieler muss mindestens 45 Minuten Einsatzzeit erhalten, damit die GPS-Daten stimmen und die medizinische Abteilung die Belastung steuern kann. Das bedeutet: Kein Stammspieler wird verschont, kein Debütant wird versteckt.

21.00 Uhr, La 1 und RTVE Play übertragen live, 48 Kameras fangen jeden Zentimeter des Rasens ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien siebtes Spiel in Folge ohne Niederlage bleibt, liegt laut Buchmachern bei 71 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Name auf der Abschlussliste steht, liegt bei 100 %. Am Ende zählt nur eine Zahl: 26. So viele Plätze sind im Flieger Richtung Amerika noch frei.