Spanien kehrt nach barcelona zurück: das rcde stadium wird zur fußball-festung
Am 26. März 2022 jubelte Dani Olmo in der Nachspielzeit, Spanien besiegte Albanien 2:1 im Estadi Cornellà-El Prat – und Luis Enrique schwor: „So etwas muss sich nicht 18 Jahre wiederholen.“ Zwei Jahre später ist das Versprechen eingelöst: Die Selección rollt erneut ihre Koffer Richtung Katalonien, diesmal gegen Ägypten, und die 24 000 Tickets sind bereits vergriffen.
Warum ausgerechnet barcelona?
Die Antwort steckt im Rückspiegel. Die RFEF hatte nach Argentiniens Rückzug aus der Finalissima 48 Stunden, um Ersatz zu finden. Serbia war schnell klar, der Gegner für das zweite Länderspiel hingegen nicht. Verhandlungen mit Kairo dauerten bis in die Nacht vor Luis de la Fuentes Nominierung. Doch der Ort war schon vorher besiegelt: Barcelona, weil die Erinnerung an jene März-Nacht noch immer nachhallt.
1924 stand Spanien erstmals in der Stadt am Mittelmeer – 2:1 gegen Österreich, Siegtreffer Samitier, Stimmung mies. „Wir haben gewonnen, mehr kann man nicht sagen“, knurrte Paco Brú. Seither 19 Partien, elf Siege, drei Niederlagen – die letzte 1980 gegen England im Camp Nou. Das RCDE Stadium aber ist kein neutraler Boden mehr, es ist ein Kessel, der die Gegner ersticken will.
Der Kalender half. Kein Espanyol-Heimspiel an Ostern, keine Prozessionen auf dem Parkplatz, keine Zweitliga-Kollision. Die Liga-Terminierung lief parallel, als hätte man den Stecker gezogen – und die Lücke passt wie ein Handschuh.

Der sound der tickets
Die Nachfrage explodierte innerhalb von Minuten. 24 000 Sitzplätze, alles weg. Kein Rest, kein Schwarzmarkt, nur noch Wunschlisten. Die RFEF rechnet mit Rekordeinnahmen für ein Freundschaftsspiel, die Stadtverwaltung mit einem Tourismus-Plus von 4,2 Millionen Euro an einem einzigen Abend. Der Lohn: ein La Ola, der schon vor Anpfiff rollt.
Luis de la Fuente schickt seine Stars ins Getöse, ohne ihnen Druck aufzusetzen. „Wir wollen das Spiel genießen, nicht verwalten“, sagt er. Die Botschaft ist klar: Barcelona soll sich rächen für 18 Jahre Leere – und zugleich die Generalprobe für die EM 2024 sein, bei der Spanien ohnehin als Geheimfavorit gilt.
Am Ende bleibt die Zahl 21. Dezember 1924. Seit diesem Tag wissen die Katalanen, dass ein Länderspiel mehr ist als 90 Minuten. Es ist ein Statement, ein Familientreffen, ein Exempel. Wenn am Donnerstag Abend das Tor zur Metro-Station Cornellà aufklappt, wird der Boden beben – und zwar nicht wegen der U-Bahn, sondern wegen 24 000 Fußtritte, die endlich wieder nach Hause laufen.
